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Werden Handy-Würmer ab 2007 ein Problem?

23.06.2005 | 16:19 Uhr |

Schädlinge, die auf Mobiltelefone abzielen, sind für die Benutzer zurzeit noch kein Grund zur Besorgnis.

Einige Antivirus-Hersteller rühren schon fleißig die Werbetrommeln für ihre Antivirus-Lösungen zum Schutz mobiler Endgeräte wie Smartphones und PDAs. Dem gegenüber halten unabhängige Fachleute Warnungen vor Viren und Würmern, die Handys befallen, derzeit für übertrieben.

Wer schädliche Software ("Malware") programmiert oder zu bestimmten Zwecken in Umlauf bringt, möchte möglichst viele verwundbare Ziele treffen können. Wenn sich Würmer von Gerät zu Gerät weiter ausbreiten sollen, bedarf es einer gewissen kritischen Masse kompatibler und angreifbarer Geräte. Wie sich am Beispiel Mac OS bereits seit vielen Jahren zeigt, ist dafür ein Marktanteil von unter 10 Prozent nicht ausreichend.

Analysten der Gartner Group postulieren, dass ein Marktanteil von zumindest 30 Prozent Voraussetzung für eine erfolgreiche, schnelle Ausbreitung von Handy-Würmern und anderen Schädlingen ist. Das Erreichen einer solchen kritischen Masse sei kaum vor 2007 zu erwarten. Bis dahin sei der Anteil an Smartphones am Gesamtmarkt der Mobiltelefone einfach zu gering.

Aus der Sicht eines Programmierers von Malware für Handys gibt es einfach zu viele verschiedene Systeme auf dem Markt, ohne dass eines davon den Markt dominieren könnte. Den meisten heute benutzten Mobiltelefonen fehlt ohnehin noch die Funktionalität, die erforderlich ist, damit Malware sich ausbreiten kann. Zwar können die meisten modernen Handys inzwischen auch MMS senden und empfangen, mit etwas anderem als Bild-, Video- oder Tondateien können die meisten Geräte jedoch nichts anfangen.

Die äußerst geringe Geschwindigkeit, mit der sich bekannte Handy-Schädlinge heute ausbreiten, weil es zu wenige infizierbare Geräte gibt, zeigt sich etwa am Beispiel des Wurms "Commwarrior" ( wir berichteten ), der innerhalb eines Vierteljahres in gerade einmal zwölf Ländern aufgetaucht ist.

John Pescatore, einer der Vizepräsidenten von Gartner Research ist der Ansicht, dass der Schutz mobiler Geräte vor Würmern in erster Linie netzseitig erfolgen sollte. Die Betreiber von Mobilfunknetzen sollten bis Ende 2006 Maßnahmen zum Schutz ihrer Kunden vor mobiler Malware getroffen haben. Das sei sinnvoller als ausschließlich auf Antivirus-Software im Endgerät zu setzen.

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