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US-Behörde will Blogs überwachen

23.06.2009 | 12:08 Uhr |

Die US-Bundeshandelskammer Federal Trade Commission (FTC) will sich dem zunehmenden Problem des verdeckten Sponsorings auf Blogs annehmen.

Wie die New York Times berichtet, hat die Kommission, die unter anderem für den Verbraucherschutz in den USA zuständig ist, hierfür sogar bereits ein spezielles Regelwerk ausgearbeitet, das noch in diesem Sommer in Kraft treten könnte. Um zu verhindern, dass Blogger mit bezahlten Beiträgen, die für die Leser als ganz normale User-Meldungen erscheinen, die Verbraucher in die Irre führen, will die FTC die "Blogosphäre" generell einer stärkeren Überwachung unterziehen. Blogger, die gesponorte Beiträge veröffentlichen, ohne diese ausdrücklich als solche zu kennzeichnen, sollen dann Angaben der FTC zufolge Entschädigungen an ihre Leser, die sogenannten "Follower", zahlen.

Hintergrund des FTC-Vorstoßes ist die überhandnehmende Praxis, dass Unternehmen Blogger beauftragen, bestimmte Produkte mit einer besonders positiven Meinung zu bewerten und diese dann auf einschlägigen Seiten im Web zu veröffentlichen. "Dass sich Konsumenten heute zunehmend im Netz schlau machen, bevor sie sich für ein bestimmtes Angebot entscheiden, liegt vor allem an der unglaublichen Fülle und Authentizität der dort zu findenden Testberichte", erklärt Markus Hübner, Geschäftsführer der Brand Management Agentur Brandflow . Im Moment herrsche in dieser Hinsicht noch große Glaubwürdigkeit im Web. "Wie am Beispiel USA ersichtlich wird, nimmt die Gefahr, dass diese Glaubwürdigkeit verwässert wird, aber bereits heute deutlich zu. Die Unternehmen versuchen immer stärker, diese Glaubwürdigkeitsbarriere zu durchbrechen und Meinungen, die online verbreitet werden, bewusst zu manipulieren", betont Hübner.

Dass die FTC angesichts des wuchernden Missbrauchs der Blogger-Glaubwürdigkeit nun in den USA die Einführung eigener Richtlinien plane, sei sicherlich ein prinzipiell richtiger Ansatz. "Die Unternehmen und PR-Agenturen brauchen klar definierte Spielregeln dafür, welches Vorgehen in diesem Zusammenhang erlaubt ist. Auch für den Fall eines nachweislichen Verstoßes muss festgelegt sein, welche Strafe der Übeltäter zu erwarten hat", betont Hübner. Vorstellbar wäre etwa eine Art Punktesystem, das etwaige Vergehen abgestuft sanktioniert. "Unternehmen und Agenturen müssen sich aber in jedem Fall darüber im Klaren sein, dass die Entdeckung einer bewusst gefälschten Blogmeldung einen enormen Imageschaden für die betroffenen Marken oder Produkte nach sich ziehen kann", gibt Hübner zu bedenken.

Die zunehmende Zahl von Bezahl-Beiträgen auf Blogs hat mittlerweile dazu geführt, dass sich die Blogosphäre ernsthafte Sorgen um ihre Reputation machen muss. Die Einführung eines Regelwerks, das diese Praxis unterbinden soll, wird von vielen ihrer Mitgliedern aber dennoch eher kritisch gesehen. In Zentrum der Bedenken steht dabei vor allem die Frage, ob es einer Regierungsbehörde erlaubt sein sollte, sich in einen derart sensiblen Bereich wie den Weblogs einzumischen. Unklar ist bisher auch, wie die FTC es schaffen will, die unglaubliche Fülle an Blogmeldungen zu kontrollieren, die inzwischen im Netz zu finden ist. (pte)

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