Ob die neuen Funktionen allerdings dafür sorgen können, dass das Unternehmen in die Gewinnzone kommt, ist unklar. Denn mindestens genauso spannend wie das Produkt selbst ist der wirtschaftliche Hintergrund um Combots: Einnahmen hat das Unternehmen nämlich immer noch keine, wie anlässlich der Hauptversammlung vergangene Woche mitgeteilt wurde - dafür aber Verluste von 11,7 Millionen Euro alleine im ersten Halbjahr 2007. Zusammen mit den 35,3 Millionen Euro, die das Unternehmen 2006 ausgegeben hat, macht das 47 Millionen Euro.
Nachdem Combots ursprünglich als „Friendly-Ware“ an den Start gehen wollte – die Anwender sollten freiwillig für den Dienst eine monatliche Gebühr entrichten – verlegte sich das Management im Laufe des letzten Jahres auf eine Erlösstrategie, die ausschließlich auf Gebühren für die grafischen Avatare abzielt.
Zur Zahl der Nutzer, die sich bereits bei Combots registriert haben, machte das Unternehmen im Geschäftsbericht für das zweite Quartal erstmals offizielle Angaben. Die Entwicklung der Nutzerzahlen sei "sehr unbefriedigend" und das virale Konzept greife nur unzureichend. Gerade einmal 30.000 Nutzer hätten sich überhaupt registriert - wie viele davon das Produkt regelmäßig einsetzen, verrät der Quartalsbericht nicht. Inoffiziell ist zu erfahren, dass die Zahl der regelmäßigen Nutzer „verschwindend gering“ sei und ebenfalls „deutlich hinter den Erwartungen“ zurückbleibe. Hieraus resultierend will man das Produkt und den Web-Auftritt "erwachsener" gestalten und "mit hoch qualitativen Objekten statt Comic-Charakteren" in der Basis-Ausstattung aufwarten.
Übrigens stecken die Schwächen bei Combots immer noch vor allem im Detail: Wer wie der Autor dieses Artikels schon bei Combots registriert ist, sich aber partout nicht mehr an sein Passwort erinnern kann, hat das Nachsehen. Man kann zwar die Funktion „Passwort vergessen“ anwählen, bekommt dann aber eine dieser selten dämlichen Ersatzfragen wie „Welcher Star wären Sie mal gerne?“ – Schade, dass man nicht mehr weiß, was einem vor einem Jahr bei der Frage durch den Kopf geschossen ist… Wahrscheinlich entsteht so eine große Zahl an Accounts, die irgendwann nicht mehr genutzt werden können. Eine Mail mit Anforderungslink an die hinterlegte Mailadresse wäre hier hilfreicher - so wie es auch andere Messenger und Internet-Dienste machen.
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