Weniger Würmer, mehr Trojanische Pferde

Donnerstag, 01.06.2006 | 14:55 von Frank Ziemann
Seit 2004 haben sich die Anteile am Malware-Aufkommen deutlich verschoben.

Die Zeit der großen Wurmausbrüche scheint einstweilen vorbei zu sein. Malware-Schreiber haben ihre Ziele geändert und verfolgen sie mit anderen Mitteln. Dies belegt auch eine Statistik, die der spanische Antivirus-Hersteller Panda Software veröffentlicht hat.

Demnach sinkt der Anteil von Würmern, also Malware, die sich selbsttätig weiter verbreiten kann, am Gesamtaufkommen neuer Malware seit 2004 stetig. Bei Trojanischen Pferden ist ein gegenläufiger Trend zu beobachten: ihr Anteil steigt im Zeitraum von 2004 bis heute stark an. Währenddessen halten sich allerdings einzelne Würmer teilweise jahrelang an der Spitze der Malware-Charts.

2004
2005
2006 (bisher)
Würmer
34,70%
25,60%
17,10%
Trojanische Pferde
24,30%
40,30%
47,80%

Ging es den Programmierern von Schädlingen früher vorwiegend um Ruhm und Ehre innerhalb der Malware-Szene, stehen heute finanzielle Interessen im Vordergrund. Trojanische Pferde sind leicht an neue Anforderungen anpassbar. Ihre relativ geringe Verbreitung in jedem Einzelfall verhindert, dass bei Antivirus-Firmen, Medien und potenziellen Opfern die Alarmglocken schrillen. Es bleibt genügend Zeit die gewünschten Daten auszuspionieren.

Die Programmierer arbeiten im Auftrag anderer Tätergruppen, die ausspionierte Informationen wie Anmeldedaten für das Online-Banking sammeln und auswerten. Sie reichen sie dann an die nächste Tätergruppe weiter, die zum Beispiel die Konten plündert und dann Anteile an ihre Zulieferer auszahlt.

Aller Voraussicht nach wird sich diese Entwicklung im laufenden Jahr weiter fortsetzen.

Donnerstag, 01.06.2006 | 14:55 von Frank Ziemann
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