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Weltkarte der Auto-Antriebe: Benzin, Diesel, Alkohol, Hybrid, Gas

06.11.2014 | 15:17 Uhr |

Ob PKWs hauptsächlich mit Benzin, Diesel, einer Gas-Variante oder mit einem Hybrid-Antrieb unterwegs sind, unterscheidet sich stark von Kontinent zu Kontinent. Reine Elektro-Autos spielen noch überhaupt keine Rolle. Eine Weltkarte der Auto-Antriebe.

Der Automobil-Zulieferer Bosch hat eine Weltkarte der Automobil-Antriebe veröffentlicht. Sie zeigt die unterschiedlichen Präferenzen für bestimmte Antriebskonzepte je nach Land beziehungsweise Kontinent. Und das die vielbeschworene Elektrifizierung des Autos Wunschdenken ist. Allenfalls Hybridfahrzeuge sind derzeit stärker vertreten – aber auch nur in einem einzigen Land.
 
Benziner: Turbo, Direkteinspritzung und Downsizing auf dem Vormarsch

Laut Bosch sind Ottomotoren weltweit nach wie vor die beliebteste Antriebsart. Vor allem in China: Hier wählen fast 100 Prozent der Neuwagenkäufer einen Benziner. In den USA und Japan sind es jeweils ungefähr 75 Prozent.

Dabei ist bemerkenswert: Obwohl gerade die deutschen Automobil-Hersteller fast nur noch Turbolader-Motoren in ihren Benzinern verbauen, um ihren Kunden auf dem Laborprüfstand theoretisch niedrige Kraftstoffverbräuche vorgaukeln zu können, treiben weltweit betrachtet Saugrohreinspritzungssysteme ohne Turbolader immer noch mehr als jedes zweite neue Benzinfahrzeug an. Man kann fast schon sagen: Überall dort, wo der realitätsferne "Neue Europäische Fahrzyklus" (NEFZ) zur Ermittlung des Kraftstoffverbrauchs keine Rolle spielt, haben aufgeladene Ottomotoren schlechte Karten. Zumal die einfacher konstruierten Sauger niedrigere Reparaturkosten versprechen.

Weltkarte der Autoantriebe
Vergrößern Weltkarte der Autoantriebe
© Bosch

Downsizing wird jedoch immer beliebter und damit auch die Benzin-Direkteinspritzung in Kombination mit Turboaufladung. Doch damit lässt sich eben meist nur bei niedrigen Drehzahlen wirklich Sprit sparen.
 
Diesel: Drehmoment-Freunde kommen auf ihre Kosten

Etwa jeder zweite Neuwagen in der EU und Indien ist ein Diesel. Aber auch in den USA, einem traditionellen Benzinerland, gewinnt der Diesel zunehmend Freunde. Bosch geht davon aus, dass sich der Diesel-Marktanteil dort von heute drei Prozent auf bis zu zehn Prozent im Jahr 2018 erhöht. Auch in Süd-Korea werden Selbstzünder laut Bosch immer beliebter.

Die Gründe liegen auf der Hand: Ein moderner Diesel verbraucht bis zu 25 Prozent weniger Kraftstoff als ein vergleichbarer Benziner und liefert bis zu 40 Prozent mehr Drehmoment – der berühmte „Diesel-Rumms“ beim Beschleunigen. Und mit einem Diesel kann man auch herrlich schaltfaul fahren. Auf der Negativseite stehen jedoch die immer aufwändigeren Abgasreinigungstechniken für Dieselmotoren. Um die neue Euro-6-Norm zu schaffen, fahren immer mehr Diesel des gehobenen Preissegments mit Harnstoff durch die Gegend.
 
Hybride und Elektroantriebe: Japan ist einsame Spitze

In Japan hat schon fast jeder fünfte Neuwagen einen Hybridantrieb. Damit ist das Land weltweit klarer Vorreiter bei der Elektrifizierung. Was vor allem Toyota und mit Abstrichen Honda, Nissan und Mitsubishi zu verdanken ist.

GenialesYoutube-Video erinnert an den legendären VW Bus

In wenigen Jahren werden die Zulassungen für E- und Hybrid-Autos wohl auch außerhalb Japans deutlich höher sein. Bosch prognostiziert für das Jahr 2020 einen weltweiten Absatz von 6,5 Millionen Strong-Hybriden, drei Millionen Plug-In-Hybriden sowie 2,5 Millionen E-Fahrzeugen (Basis: 113 Millionen verkaufte Fahrzeuge insgesamt im Jahr 2020).

Flex-Fuel: Fahren mit Alkohol (im Tank, nicht im Fahrer)

In Brasilien sind Antriebe, die sowohl mit Benzin als auch mit Alkohol (Ethanol) fahren können, am weitesten verbreitet. Selbst der gute alte VW Bully wurde bis zu seiner Produktionseinstellung Ende 2013 mit einem Antrieb produziert, der Alkohol verträgt.
 
AutolandBrasilien mit Gol, T2c und Alkohol im Motor
 
Zweitgrößter Markt für diese Technologie sind die USA.

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Erdgas: Umweltfreundlich und sparsam

Weltweit erfreut sich der Erdgas-Antrieb wachsender Beliebtheit. Seit zehn Jahren legen die Verkäufe weltweit um jährlich 25 Prozent zu. In Südkorea haben Erdgas-Fahrzeuge schon heute einen Marktanteil von elf Prozent, wie Bosch erklärt.

Für Autofahrer ist Erdgas ein klarer Vorteil, denn Erdgas ist bis zu 50 Prozent günstiger als Benzin und kann die CO2-Emissionen um bis zu 25 Prozent reduzieren.
 

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