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Top-Konzerne in Europa rar gesät

07.07.2009 | 10:45 Uhr |

Europas Top-Konzerne haben im ersten Halbjahr 2009 deutlich an Gewicht verloren.

Während sich per 30. Juni nur mehr 35 europäische Unternehmen unter den 100 an Marktkapitalisierung weltweit schwersten Firmen befanden, steigt die Bedeutung der Schwellenländer an den Weltbörsen. Wie das Prüfungs- und Beratungsunternehmen Ernst & Young (E&Y) aufzeigt, hat der Aktienboom in den Emerging Markets innerhalb der vergangenen sechs Monate zu einer leichten Verlagerung der relevantesten Player aus Europa und den USA nach Asien geführt. So zählt etwa die DACH-Region mit fünf deutschen und vier Schweizer Konzernen nur mehr neun Angehörige des Top-100-Rankings. Chinas Anteil ist hingegen auf elf der weltweit teuersten Unternehmen gestiegen. Vier davon finden sich sogar in den Top-Ten wieder, der Ölkonzern Petrochina führt die Liste mit 367 Milliarden Dollar an.

"Die aktuelle Entwicklung hat sich bereits vor der Wirtschaftskrise abgezeichnet, wird durch diese aber noch verschärft", meint E&Y-Partner Gerhard Schwartz im Gespräch mit pressetext. So würden etwa die größten Börsengänge derzeit ausschließlich im asiatischen Raum vollzogen. Auch nach der Krise werde sich an dem Asien-Trend voraussichtlich nichts ändern. "Die Krise hatte kurzfristig zu einem Einbruch des Vertrauens in die Schwellenländer geführt. Inzwischen zeichnet sich ab, dass diese die Krise besser überstehen als der Westen", so Schwartz. Es sei jedoch zu erwarten, dass sich Kurse und Marktkapitalisierung der Konzerne in Europa und in den Industrieländern wieder erholen werden und der Asien-Boom leicht nachlässt.

Der Gesamtwert der 100 teuersten Unternehmen der Welt ist im ersten Halbjahr 2009 von 9,3 auf 9,9 Bio. Dollar leicht gestiegen. Davor vernichtete die Krise an den Finanzmärkten jedoch rund vier Bio. Dollar. So lag die Marktkapitalisierung der Top-100-Unternehmen vor einem Jahr noch bei 13,3 Bio. Dollar. Deutschland ist in dem Ranking vom zweiten auf den fünften Platz hinter die USA, China, Großbritannien und Frankreich abgerutscht. Während der Finanzsektor wieder an Gewicht zulegt und auch Rohstoff- und Energiekonzerne angesichts steigender Preise an Bedeutung gewinnen, zählen Industrieunternehmen und Versorger zu den großen Verlierern. In den Emerging Markets habe zwar der Optimismus bereits wieder die Oberhand gewonnen. Für einen nachhaltigen Aufschwung noch in diesem Jahr gebe es jedoch nach wie vor keine belastbaren Anzeichen. (pte)

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