98780

Weitere Napster-User gesperrt

08.12.2000 | 16:30 Uhr |

Bereits seit mehreren Wochen sperrt Napster munter Account für Account von potenziellen und tatsächlichen Raubkopierern. Diesmal traf es Fans der Gruppe "Rage Against The Machine". Doch anders als Metallica wusste die Band nichts von dieser Aktion und reagierte ungehalten bezüglich dieser Sperren.

Fans der Gruppe "Rage Against The Machine" bekamen eine ungewöhnliche Antwort, als sie auf ihren Account bei Napster zugreifen wollten. Sie wurden auf eine Seite umgeleitet, auf der den Nutzern unterstellt wurde, potenzielle Raubkopierer zu sein.

Napster leitet Nutzer auf diese Seite um, wenn sie von Dritten Hinweise erhält, dass dieser illegale Songs über die Napster-Software verbreitet. Der Account wird so lange gesperrt, bis der Nutzer eine eidesstattliche Erklärung abgibt, unschuldig zu sein und sein Account auf Grund eines Fehlers gesperrt wurde. Ein diesbezügliches Formular wird gleich mit auf der Seite angeboten.

Das ironische an diesem Fall ist allerdings, dass die betroffene Band "Rage Against The Machine" nichts von einer derartigen Aktion wusste und diese auch begrüßt.

Im Fall Metallica hingegen hat die Band großen Einfluss genommen, um illegale Nutzer sperren zu lassen.

Auf der Web-Site der Band entschuldigt der Gitarrist der Gruppe, Tom Morello, bei den Fans: "Dieser Schritt gegen die Rage-Fans wurde völlig einseitig von unserem neuen Management entschieden. Nachdem ich von diesem schrecklichen Fehler informiert wurde, habe ich umgehend mit meinem Management und der Platten-Firma telefoniert, um zu sehen, was wir tun können, um die Accounts unserer Fans so schnell wie möglich wieder herzustellen."

Der Ausschluss der Rage-Fans überraschte diese umso mehr, da sich die Gruppe in früheren Interviews des öfteren Pro-Napster geäußert hatte.

Das Problem dürfte bei der Sony Music Group liegen. Dieser gehört das Label Epic, welches wiederum die Plattenfirma von "Rage Against The Machine"ist. Sony gehört mit zu den Unternehmen, die Napster aufgrund Urheberrechtsschutz-Verletzungen verklagt hat.

Der Band bleibt bislang nicht weiter übrig, als sich zu entschuldigen: "Ich möchte mich für die Untergrabung eures Rechts, unsere Musik zu hören, entschuldigen. Zukünftig werden wir mit dieser Sache wachsamer umgehen", so Morello.

Ob "Rage Against The Machine" die Aktion der Plattenfirma wieder rückgängig machen kann ist ungewiss. Sollte in dem Vertrag zwischen der Band und der Plattenfirma ein Passus auftauchen, dass die Band der Plattenfirma das Recht eingeräumt hat, ihre Songs über "sämtliche Vertriebswege" zu vermarkten, so wäre auch ein Ausschluss der Napster-Plattform denkbar. (PC-WELT, 08.12.2000, mp)

www.npster.com: Die Informations-Seite von Napster

Die Entschuldigung von "Rage Against The Machine"

Musiker klagen gegen MP3.com (PC-WELT Online, 07.12.2000)

Napster-Nutzer verwarnt (PC-WELT Online, 04.12.2000)

Napster-User in flagranti erwischt (PC-WELT Online, 30.11.2000)

EMusic gegen Napster (PC-WELT Online, 22.11.2000)

Napster: Standard- und Premium-Varianten? (PC-WELT Online, 06.11.2000)

0 Kommentare zu diesem Artikel
98780