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Weitere Festnahmen im Fall Zotob

31.08.2005 | 15:02 Uhr |

Die türkische Polizei hat 16 weitere Verdächtige festgenommen, die modifizierte Zotob-Varianten verbreitet haben sollen.

Die US-Bundespolizei FBI vermeldet, man habe von den türkischen Ermittlungsbehörden über die Verhaftung weiterer Verdächtiger erfahren, die mit den Ende letzter Woche verhafteten mutmaßlichen Programmierern der Zotob-Würmer ( wir berichteten ) in Verbindung stehen sollen.

Die 16 Festgenommenen sollen den Quelltext des Zotob-Wurms von dessen Programmierer "Diabl0" erhalten und daraus leicht modifizierte Varianten des Wurms erstellt und in Umlauf gebracht haben. Die Behörden in der Türkei geben zurzeit noch keine nähreren Auskünfte über diese Festnahmen.

FBI-Direktor Louis Reigel verkündetet die Nachricht von den neuen Verhaftungen vor 650 Sicherheitsfachleuten im kalifornischen Monterey. Diese hatten sich zum jährlichen Treffen der "High-Tech Crime Investigation Association" dort versammelt.

Hinter dem Einsatz immer neuer Zotob-Varianten und artverwandter Würmer werden schnöde finanzielle Interessen von Kriminellen vermutet. Infizierte PCs sind über das Internet kontrollierbar und nachfolgend installierte weitere Schädlinge können etwa Kreditkarteninformationen und Zugangsdaten für das Online-Banking ausspionieren. Mit diesen Daten plündern die Täter dann die Konten der Opfer und gehen mit deren Kreditkarten auf Einkaufstour im Internet.

In der Praxis gibt es bei den lose organisierten Kriminellen eine Arbeitsteilung zwischen Programmierern, Spionen und den "Cashern", also denen, die die Ernte einfahren, das heißt das Geld von den Konten holen und Anteile an ihre Zulieferer auszahlen ( wir berichteten ).

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