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Weihnachtsgeschäft im Internet

22.12.2000 | 11:48 Uhr |

Süßer die Kassen nie klingeln: Für Buchhändler und Bekleidungshäuser, Parfümläden und Elektronikmärkte sind die Wochen vor dem Weihnachtsfest die entscheidende, weil umsatzstärkste Zeit des Jahres. Viele versuchen dem Getümmel zu entgehen und kaufen per Internet ein. Doch das elektronische Einkaufen steckt noch in den Kinderschuhen.

Süßer die Kassen nie klingeln: Für Buchhändler und Bekleidungshäuser, Parfümläden und Elektronikmärkte sind die Wochen vor dem Weihnachtsfest die entscheidende, weil umsatzstärkste Zeit des Jahres.

Doch statt sich auf der Suche nach passenden Geschenken ins vorweihnachtliche Getümmel zu stürzen, ziehen es immer mehr Kunden vor, ihre Einkäufe vom PC aus zu erledigen oder im Internet virtuell zu bummeln. "Was die Zahl der Internet-Nutzer in diesem Bereich angeht, werden wir in diesem Jahr einige positive Überraschungen erleben", sagt Analyst Stefan Borscheid von der HypoVereinsbank.

Das elektronische Einkaufen steckt immer noch in den Kinderschuhen. Viele unerfahrene Menschen zögerten lange vor dem Schritt ins Internet und hätten Berührungsängste, sagt Borscheid. Die einen plage die Sorge, ihre Bestellung könnte nicht rechtzeitig zum Fest eintreffen. Andere misstrauten der im Internet weit verbreiteten Zahlung per Kreditkarte oder hätten schlicht keine.

Allerdings wachse die Zahl der Computer stetig; und sei nach einem ersten Testkauf erst einmal "der Knoten geplatzt", mausere sich der elektronische Handel schnell zur beliebten Alternative. "Wenn man erst mal im Internet gekauft hat, wird man es immer wieder tun. Es ist einfach praktisch", lobt der Analyst die Vorzüge des bequemen Online-Shoppings.

Schenkt man den Aussagen vieler E-Commerce-Häuser Glauben, ist der Groschen bei den Verbrauchern schon gefallen. Bei der deutschen Tochtergesellschaft des amerikanischen Bücherriesen Amazon ist man wenige Tage vor dem Weihnachtsfest mit dem bisherigen Verlauf des Geschäftes "sehr zufrieden", betont eine Sprecherin. Täglich verließen etwa 60 000 Sendungen die zentrale Ausgabestelle im hessischen Bad Hersfeld, normalerweise sei es knapp die Hälfte.

Auch beim Münchner Konkurrenten mediantis AG ist die Stimmung gut. Zusätzliche Leistungen wie Grußkarten-Dienste und die weihnachtsgerechte Verpackung der Geschenke fänden regen Zuspruch.

Für viele börsennotierte Online-Händler geht es in diesem Jahr um die Wurst. Sie stecken tief in den roten Zahlen. Erfüllen sich die oft optimistischen Prognosen nicht, droht der Absturz des Aktienkurses. mediantis beispielsweise korrigierte seine Umsatzerwartungen in diesem Jahr um fünf auf jetzt 40 Millionen DM nach unten. Allein vom letzten Quartal mit dem Weihnachtsgeschäft verspricht sich die frühere buecher.de AG 15 Millionen DM Umsatz, die Gewinnschwelle will das Unternehmen 2002 erreichen. (PC-WELT, 22.12.2000, dpa/ pk)

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