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Mozilla kritisiert YouTube

24.01.2010 | 15:11 Uhr |

Mit YouTube und Vimeo haben gleich zwei Videoplattformen mit Streaming-Experimenten ohne Einsatz von Flash-Technologie begonnen. Die Versuche auf Basis der neuen Websprache HTML5 sind aber nicht nur auf Zustimmung gestoßen. .

Durch den Einsatz des lizenzpflichtigen und patentierten Video-Codecs H.264 können die Videos von den eigentlich HTML5-fähigen Browsern Firefox und Opera nicht dargestellt werden. Mozilla lehnt die Verwendung des Codecs ab und pocht auf freie Alternativen: "Es ist zwar absolut begrüßenswert, dass YouTube mit HTML5 experimentiert. Gleichzeitig können wir die Verwendung des H.264-Video-Codecs nicht gutheißen, da er mit geschützten Patenten und hohen Lizenzabgaben verbunden ist", kritisiert Mozilla-Europe-Präsident Tristan Nitot im Interview mit pressetext. Nach Ansicht von Mozilla birgt die Verwendung eines derartigen Codecs eine Reihe von Problemen für Browserhersteller, Content-Erzeuger und User und widerspricht zudem der Vision eines offenen Internets.

Aus diesem Grund favorisiert Mozilla den offenen und nicht durch Patente geschützten Theora-Codec des Ogg-Containerformats. Unterstützung erhält die Open-Source-Organisation diesbezüglich von der Videoplattform Dailymotion , die bereits im Mai vergangenen Jahres mit einem Theora-Ogg-basierten HTML5-Experiment auf sich aufmerksam gemacht hat. Der freie Codec wird von manchen Kritikern allerdings als zu wenig leistungsstark empfunden.

Dass Videos zukünftig ohne ressourcenbelastende Plug-ins von Drittanbietern, wie Flash, QuickTime, Windows Media Player oder RealPlayer dargestellt werden können, ist eine der umfassenden Möglichkeiten von HTML5. Um Videoinhalte direkt in die Webseite einzubinden, wie dies seit langem mit Bildern und Text passiert, muss folglich nur das Element <video> im HTML-Code eingefügt werden. Unterstützt wird das neue Element derzeit von Firefox, Safari, Chrome und Opera. Microsoft bietet bisher keine Unterstützung von HTML5 an.

Die hitzige Diskussion über die Vor- und Nachteile des flashfreien Videoexperiments können auf dem YouTube-Blog mitverfolgt werden.

(pte)

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