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Websites von Behörden meist unübersichtlich

15.07.2007 | 14:58 Uhr |

Der unübersichtliche Aufbau von staatlichen Webseiten überfordert nicht nur Anwender, sondern auch die Mitarbeiter der betreffenden Ämter. Das Finden relevanter Informationen stelle dabei das Hauptproblem dar.

Die Gestaltungen staatlicher Webseiten führt nach wie vor zu Problemen für viele Nutzer. Doch nicht nur die Bürger finden sich auf den Behörden-Homepages nur schwer zurecht. Auch die Mitarbeiter der Ämter stehen oft vor Problemen beim Umgang mit ihren Internetauftritten. Dies belegt eine aktuelle Untersuchung des britischen National Audit Office ( NAO ). Demnach haben 25 Prozent der Behördenmitarbeiter in Großbritannien Probleme mit der Benutzung der Webseiten. Besonders brisant wird diese Tatsache, wenn man das jährliche Budget der staatlichen Homepages von 307 Millionen Euro mit einbezieht.

Schon seit den 90er Jahren existieren internationale Standards, die die Webseiten zugangsfreundlicher und barrierefreier gestalten sollten: „Mit 1. Januar 2008 wird als weiterer Schritt dieser Entwicklung eine verbindliche Zugänglichkeitsrichtlinie in Kraft treten, die in den zuständigen Gremien der Europäischen Union über einen Zeitraum von fünf Jahren erarbeitet wurde“, so Stephan Lauringer, Mitarbeiter der Internetkoordinationsstelle beim österreichischen Bundeskanzleramt .

Die NAO-Studie zeigt weiterhin, dass immer mehr Menschen das Webangebot der Behörden und Ämter nutzen. In Island klicken sich bereits 55 Prozent der Einwohner durch die staatlichen Internetauftritte. In Schweden sind es beachtliche 52 Prozent und in Großbritannien knapp 24 Prozent. Das Hauptproblem vieler öffentlicher Online-Angebote ist deren Unübersichtlichkeit. Im Schnitt weißt jede Regierungsseite 17.000 Unterseiten auf. Dies erschwert die Navigation und die Suche nach relevanten Informationen. Zudem entspreche nur ein Drittel der britischen Behörden-Websites den Standards für behinderte Menschen: „Das E-Governmentgesetz, die Umsetzung besagter EU-Richtlinie in Österreich, fordert zum Beispiel, dass die Webseiten für Blinde zugänglich gemacht werden und Unterstützungen für Screenreader bieten. Auch mit dieser Frage haben wir uns intensiv auseinandergesetzt", erklärt Lauringer. Mit regelmäßigen Tests sollen Usability und Accessibility zusätzlich verbessert werden.

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