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Website veröffentlicht über P2P verbreitete Privat-Bilder

09.01.2006 | 17:02 Uhr |

Foto-Dienste, in denen Anwender ihre Alben der Allgemeinheit oder Freunden zugänglich machen, gibt es viele. Ende 2005 ist eine Website gestartet, die Bilder online stellt, bei denen die Besitzer oft gar nicht wissen dürften, dass die Bilder öffentlich verbreitet werden. Der Dienst greift sich die Bilder über die von den Nutzern von P2P-Tauschbörsen freigegebenen Ordner ab und veröffentlicht diese dann.

Die Website Fitography ("Images Ripped From P2P - Do we have your pictures?") ist in den letzten Dezembertagen des Jahres 2005 online gegangen und verbreitet seitdem Bilder, die von Anwendern stammen, die eine P2P-Tauschbörse einsetzen. Nebeneffekt der Tauschbörsen wie Kazaa und Limewire ist, dass mit der Installation der Programme auch automatisch Ordner freigegeben werden, deren Inhalt für jedermann über P2P zugänglich ist. Das macht sich der Betreiber der Website zunutze: Er greift alle in den freigegebenen Ordnern der Anwender abgelegten Bilder ab und veröffentlicht diese auf seiner Seite.

Betreiber der Site ist ein Webmaster namens Brad Grosse aus Ontario (Kanada). Mit dem Start seines Dienstes rührte er im Internet nicht nur die Werbetrommel für seine neue Site, sondern warnte P2P-Anwender auch davor, ungewollt Bilder unter das Volk zu bringen, in dem diese in Ordnern abgelegt werden, die freigegeben sind. Sollten die Bilder in einem solchen Ordner abgelegt sein, dann "werden wir sie früher oder später auf unserer Site haben", warnte Gosse. Wer ein Bild auf der Website entdeckt, das er nicht veröffentlicht sehen möchte, der soll sich melden und es werde dann entfernt.

Die Website bietet ein Sammelsurium von mehreren tausend Bildern und die komplette Datenbank lässt sich durchsuchen. Jedem Bild lassen sich Kommentare hinzufügen und eine Diashow-Funktion gibt es ebenfalls. Bei Bildern, die mit einer Digitalkamera geschossen wurden, finden sich unter anderem Angaben zur Kamera und diverse weitere, aus den Bilddateien extrahierten Infos.

Ein längerer Blick in die Bild-Alben zeigte, dass anscheinend keinerlei pornographische Bilder veröffentlicht werden. Aufgrund der hohen Anzahl der Bilder lässt sich aber schwer sagen, ob dass für das gesamte Angebot zutrifft.

Rechtlich dürfte der Inhalt der Website nicht in Ordnung sein. Die meisten P2P-Netzwerke untersagen in ihren Nutzungsbedingungen die Verwendung der getauschten Inhalte für kommerzielle Zwecke. Das ist in diesem Fall gegeben, denn die Seite verdient Geld durch die Einblendung von Werbung. Hinzu kommt, dass der Administrator sich strafbar machen würde, sobald auf seiner Seite beispielsweise Bilder mit Kinderpornographie erscheinen.

Ein Anwender bezeichnet die Bilder in seinem Kommentar auf der Site als teilweise "belastend" für die Abgebildeten. "Dieses Zeug könnte einige Leute in Schwierigkeiten bringen", so ein Kommentator. Ein anderer Anwender ist der Meinung, dass die Website zeige, dass Internetanwender sich nicht um Dinge wie die Privatsphäre kümmern. "Die Leute sind dumm. Sie merken nicht, dass - wenn sie Material in bestimmten Ordnern ablegen - jeder sie ansehen kann", so ein weiterer Anwender.

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