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Google sperrt versehentlich Blogs

05.08.2008 | 14:14 Uhr |

Beim Versuch, seinen Blog-Service Blogger.com von Spam-Blogs (Splogs) zu befreien, sperrte Google letzte Woche versehentlich auch harmlose Online-Tagebücher.

Ursache für das Problem war ein Fehler in Googles Datenverarbeitungscode. Er führte dazu, dass Weblogs gesperrt wurden, die die Spam-Algorithmen des Suchmaschinengiganten sonst problemlos passieren, war am Sonntag in einem offiziellen Google-Blog zu lesen.

„Wir installieren zusätzliche Kontrollen, damit derart gravierende Fehler künftig erkannt werden, bevor sie sich auf die Daten von Google-Usern auswirken“, schrieb Google-Mitarbeiter Siobhan bei Blogger Buzz , dem Weblog des Blogger-Teams bei Google.

Google gab nicht sofort eine Stellungnahme zu dem Thema ab, so dass das wirkliche Ausmaß des Problems nicht bekannt ist. Da sich das Unternehmen in verschiedenen offiziellen Erklärungen aber recht zerknirscht gibt, dürften die Schwierigkeiten erheblich gewesen sein.

„Wir entschuldigen uns aufrichtig bei den betroffenen Bloggern und ihren Lesern“, ist bei Blogger Buzz zu lesen. „Blogger liegt sehr viel daran, dass die Weblog-Einträge und die dazugehörigen Daten allein den Autoren gehören und nur von ihnen kontrolliert werden. Die Blog-Autoren vertrauen uns, dass ihr Weblog bei uns sicher ist. Ein Vorfall wie dieser muss ihnen deshalb wie ein Vertrauensbruch von unserer Seite vorkommen.“

Google bestätigte das Problem erstmals am Freitagnachmittag. Die betroffenen Blog-Autoren hatten von dem Unternehmen eine Mail erhalten, die sie über die Sperrung ihres Blogs wegen Spam-Inhalten informierte.

„Wem wir geschrieben haben, dass sein Blog als Spam klassifiziert und deshalb gesperrt wurde, möge uns die Unannehmlichkeiten bitte verzeihen“, schrieb Blogger-Mitarbeiter Brett am Freitag auf Blogger Buzz. Eine ähnliche Erklärung veröffentlichte Google im offiziellen Blog Blogger Status (http://status.blogger.com/).

Alle Weblogs, die versehentlich für Spam gehalten wurden, seien laut Google mittlerweile wieder online.

Blogger-Nutzer meldeten Probleme mit der Spam-Identifikation Anfang letzter Woche in der offiziellen Blogger Help Group . Mehrere Threads setzten sich dort mit dem Thema auseinander. In den teils heftigen Beschwerden zeigt sich die Hilflosigkeit von Usern, wenn sie ein sonst zuverlässiger IT-Dienstleister im Stich lässt, selbst wenn es sich wie im Fall von Blogger um einen kostenlosen Service handelt.

Immer häufiger werden Rechen- und Speicherkapazitäten oder Software irgendwo im Internet (Cloud Computing) genutzt. Die Services bieten großen Vorteile, geben den Nutzern bei Ausfällen oder Datenverlusten aber kaum Möglichkeit, einzugreifen, da die Anwendungen auf den Servern des Anbieters liegen.

Mit der Reinigungsaktion bei Blogger.com reagierte Google zweifellos auf den weitverbreiteten Missbrauch des Dienstes durch Hacker und Spammer. Die Initiative Stopbadware.org hatte kürzlich darauf hingewiesen, dass sich der Google-Dienst zum Malware-Host Nummer eins entwickelt habe. Vor allem die systematische Verbreitung von Malware auf Blogger-Sites brachte Google auf Platz fünf der Anbieter mit den meisten schädlichen Websites.

Im Juni bereitete ein Fehler bei Blogger Blog-Autoren Probleme, die ihre Einträge per FTP (File Transfer Protocol) online stellen.

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