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Mit dem Internet-Boom wachsen die Gefahren

10.02.2010 | 09:46 Uhr |

Nach einer Studie von Microsoft werden ab Juni 2010 die Europäer mehr Zeit im Internet als vor dem Fernseher verbringen. Das bedeutet aber, dass das Gefahrenpotenzial des Internets immer größer wird.

Nach Angaben des Internet World Stats wird im Jahr 2010 weltweit ein Viertel der Gesamtbevölkerung online sein. Die Bedeutung des World Wide Web wird immer größer, die Nutzergruppen immer vielschichtiger. Anlässlich des kürzlich durchgeführten Safer Internet Day macht das Sicherheitsunternehmen Kaspersky Lab auf die IT-Gefahren aufmerksam, die mit der zunehmenden Popularität des Internets einhergehen. Das Phänomen Computerkriminalität betrifft nicht nur Kinder und Jugendliche, sondern auch ältere Internetanwender.

Deutsche und US-amerikanische Statistiken zeigen, dass die 12- bis 19-Jährigen das Internet vor allem zur Kommunikation nutzen. Dabei verbringen rund 50 Prozent ihre Online-Zeit in sozialen Netzwerken sowie mit Messenger- und Mail-Programmen. Passenderweise lautet das diesjährige Motto des Safer Internet Day „ Think before you post “ . Da Kinder und Jugendliche zahlreiche persönliche Informationen heutzutage im Internet auf Facebook und Co. veröffentlichen, bietet das Internet Informationsquellen, um komplette Persönlichkeitsprofile zu erstellen. Für Cyberkriminelle die Möglichkeit, über so genannte „ Social-Engineering-Tricks “ gezielt die Computer von Kindern und Jugendlichen anzugreifen. Kaspersky Lab rechnet damit, dass im Jahr 2010 soziale Netzwerke verstärkt von Kriminellen missbraucht werden.

Laut der ARD/ZDF-Onlinestudie 2009 nutzen Erwachsene das Internet vornehmlich zur Informationsrecherche und zum Online Banking. Durch so genannte Phishing-Angriffe werden zunehmend Anwender von Online-Shopping- oder Homebanking-Diensten Opfer von Computerkriminalität. Nutzer werden beispielsweise – ohne es zu merken – nicht auf die offizielle Webseite einer Bank, sondern auf eine von Online-Betrügern gefälschte Seite geleitet. Gibt der Anwender dort seine persönlichen Banking-Daten ein, erscheint eine Meldung, dass ein technisches Problem aufgetreten sei. Doch Benutzername, Passwort oder TAN-Nummer werden tatsächlich zum Angreifer gesendet, der damit auf Kosten des Opfers beispielsweise Banktransaktionen vornehmen kann.

Internet-Nutzer über 65 nutzen das Internet zur E-Mail-Kommunikation sowie für Informations-Dienste, von der Reiseplanung über Wetterinformationen bis zu Nachrichten. Daher ist bei Cyberkriminellen der Versand von angeblichen E-Mails großer Online-Reiseveranstalter wie Opodo und Expedia beliebt. Die Gefahr: Im Anhang befindet sich eine gefälschte Rechnung, die nach dem Anklicken einen Trojaner auf dem Computer installiert, wenn dieser nicht von einem aktuellen Antiviren-Programm geschützt wird. Trojaner spähen zum Beispiel Passwörter, Kreditkartendaten und TAN-Nummern aus. Nutzer sollten daher darauf achten, dass das digitale Reisebüro auf jeden Fall eine verschlüsselte Verbindung für die Transaktion anbietet.

Die oben genannte Studie von Microsoft können Sie als PDF herunterladen.

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