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Web-Fundstück aus China: Nepp mit Intel-CPUs

18.11.2005 | 17:23 Uhr |

Sachen gibt es: Ein chinesischer Hersteller bietet im Bundle eine Hauptplatine mit Pentium-4-Prozessoren an. Das an sich ist noch nichts besonderes, aber der Hersteller, Shenzhen Chuanghui Electronics, gibt auf einer Seite im Internet offen zu, dass es sich bei den Prozessoren um Celeron-CPUs handelt, bei denen so getrickst wurde, dass sie sich im Bios und unter Windows XP als ein Pentium 4 mit 3,6 GHz Taktung ausgeben. Die dafür notwendige Software wird gleich mitgeliefert.

Hinzu kommt, dass der Hersteller die im Paket enthaltenen Celeron-CPUs neu bedruckt hat. Dadurch, so der Hersteller, hätten die CPUs genau den selben Aufdruck, wie die originalen P4-CPUs. Für sein Angebot wirbt der Hersteller auf dieser Seite , inklusive Hinweis, dass der Preis nur auf Nachfrage genannt werde.

Laut unserer Schwesterpublikation Infoworld handelt es sich bei den verwendeten CPUs um Celerons mit einer Taktung von 1,7 GHz, die nur einen Bruchteil von dem kosten, was Intel für einen P4 mit 3,6 GHz verlangt. So liegt der Stückpreis des Celerons bei rund 80 US-Dollar und der des P4 um die 400 US-Dollar (Preise bei Abnahme von 1000 Stück). Intel zeigt sich alles andere als begeistert. "Diese Art von Verhalten ist nicht etwas, was wir tolerieren oder billigen", so eine Intel-Sprecherin in Hong Kong.

Der Hersteller residiert laut James Zhan, der auf der Website mit dem Angebot auch als Kontaktpartner zu dem Unternehmen genannt wird, gleich hinter der Grenze zu Hong Kong in China und ist seit 1997 tätig. Der Hersteller, so Zhan, etikettiert schon seit einem Jahr Intel-CPUs um und verkauft diese unter einem neuen Namen. Dabei sollen pro Monat 1000 Stück abgesetzt werden. Hauptsächlich würde die Käufer aus Asien und Afrika stammen. Zhan weist darauf hin, dass der Hersteller offen zugibt, dass es sich nicht um die echten CPUs handelt. Allerdings räumt er auch ein, dass man keinerlei Einfluss darauf habe, was die Käufer mit den erworbenen Produkten anstellen, wenn sie sie verkaufen. Ironischerweise bezeichnet sich das Unternehmen auf seiner Website auch noch als Partner von Intel. Intels Logo ist im Bereich "Partners" abgebildet.

Was für eine Intel-CPU sich wirklich in einem Rechner befindet, lässt sich mittels des kostenlosen Utilitys "Intel Processor Identification Utility" ermitteln, das Intel auf dieser Seite zum Download anbietet.

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