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Web-Browser: Sind zwei besser als einer?

02.05.2007 | 15:18 Uhr |

Der Erfinder von PHP propagiert eine von ihm als "hygienisches Surfen" bezeichnete Praxis der Web-Nutzung, bei der er zwei verschiedene Browser einsetzt. Das soll persönliche Daten davor schützen ausspioniert zu werden.

Die Verwendung von zwei Web-Browsern ist an sich keine wirklich neue Idee. Rasmus Lerdorf, der Erfinder der populären Web-Programmiersprache PHP , benutzt auf seinem Mac Apples Safari für Websites, auf denen er persönliche Daten eingeben muss, sowie Firefox für alle übrigen. Er begründet diese von ihm als "hygienisches Surfen" bezeichnete Praxis damit, dass verschiedene Browser unterschiedliche Sicherheitslücken haben. Wird ein Browser von einer böswilligen Website mit Spyware verseucht, könnte diese persönliche Daten ausspionieren. Werden diese jedoch ausschließlich in einem anderen Browser verwendet, läuft dieser Versuch ins Leere.

Alles im Web mit einem einzigen Browser zu erledigen sei schlicht Wahnsinn, erklärte Lerdorf in der letzten Woche in einer Rede auf der MySQL-Konferenz im kalifornischen Santa Clara. Er geht davon aus, dass Websites von Banken und anderen Institutionen, wo er vertrauliche Informationen eingeben muss, wesentlich sicherer sind als der Rest der Online-Welt. Als Grund für die Vorsicht führt er an, 90 Prozent der Websites seien anfällig für Cross-Site-Scripting (XSS), einschließlich der von Yahoo, wo Lerdorf derzeit als Infrastrukturarchitekt seine Brötchen verdient.

Die meisten der Windows-Nutzer, die mit zwei Browsern arbeiten, nutzen vermutlich den Internet Explorer (IE) und Firefox, wenn auch aus anderen Gründen als Rasmus Lerdorf. Es gibt schließlich noch eine Reihe von Websites, die nur mit dem IE so funktionieren wie erwartet. Opera ist bei solchen Websites oft auch keine echte Alternative zum IE, weil gerade Banken-Websites neben dem IE allenfalls noch Firefox unterstützen und bei anderen Browsern, etwa auch beim Konqueror unter Linux, Fehlermeldungen zeigen.

Die Idee von Lerdorf kann ansonsten durchaus funktionieren, solange Sie mit dem einen Browser ausschließlich vertrauenswürdige Websites besuchen, die Sie nie mit dem anderen aufrufen. Zusammen mit den technischen Problemen, vor die manche Websites Benutzer alternativer Browser stellen, kann dies jedoch dazu führen, dass man eigentlich drei Browser benötigt. Und das dürften viele im Alltag als unzumutbar ansehen.

Wie sieht es bei Ihnen aus? Verwenden Sie zur Sicherheit mehrere Browser, oder verlassen Sie sich beim Surfen nur auf ein Programm?

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