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Web-Anwendungen für das Büro werfen Sicherheitsfragen auf

31.08.2006 | 16:22 Uhr |

Werden typische Office-Anwendungen ins Web verlagert, stellen sich ganz andere Sicherheitsfragen als bei der Datenverarbeitung mit lokal installierter Software.

Sowohl Google als auch Microsoft bieten mittlerweile Büroanwendungen wie Textverarbeitung oder Tabellenkalkulation in einer Online-Variante an. Die Verwendung solcher Web-Anwendungen hat auch unter Sicherheitsaspekten Vor- und Nachteile für die Anwender.

Das SANS Institut berichtete über 60 allein in der letzten Woche neu entdeckte Sicherheitslücken in Web-Anwendungen, Googles Angebote waren allerdings nicht darunter. Verglichen damit sind in der letzen Woche lediglich zwei Schwachstellen in Windows und drei weitere in anderen Microsoft-Produkten gefunden worden sowie neun in Windows-Programmen anderer Hersteller.

Google bietet mit seiner Tabellenkalkulation "Google Spreadsheets" und der Online-Textverarbeitung "Writely" bereits zwei wichtige Office-Programme als Web-Anwendungen an. Hinzu kommt das Paket " Apps for Your Domain " mit Mail, Instant Messenger, Kalender und Web-Seiten-Editor. Microsofts "Office Live" befindet sich derzeit noch im Beta-Teststadium.

Für Administratoren in kleinen Firmen hat eine Lösung dieser Art durchaus ihren Charme. Das ständige Einspielen von Sicherheits-Updates für die Büroprogramme kann entfallen. Darum kümmern sich zeitnah und für alle Anwender die Anbieter der Lösungen. Auch das Anlegen von Backups könnte der Anbieter zentral erledigen. In Dokumenten enthaltene Malware, etwa Makroviren, können auf den Firmen-PCs keinen Schaden anrichten.

Andererseits stellt sich die Frage, wie sicher vertrauliche Daten vor den neugierigen Blicken der Konkurrenz sind, wenn sie bei einem Online-Dienstleister gespeichert sind. Schließlich gibt es immer wieder Berichte über den Diebstahl von Kundendaten aus Online-Datenbanken, wie erst kürzlich bei der US-Telefongesellschafft AT&T, als tausende Datensätze von Kreditenkartenkunden gestohlen wurden ( wir berichteten ).

Hier sind zweifellos noch die bei neuen Anwendungen üblichen Kinderkrankheiten auszumerzen, bevor ein breiterer Kundenkreis für diese Art der Datenverarbeitung gewonnen werden kann. Zumindest haben Firmen wie Google und Microsoft die nötigen personellen und finanziellen Ressourcen, um schnell auf neu entdeckte Sicherheitsprobleme reagieren zu können.

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