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Wikis & Communities werden kritisch gesehen

11.06.2008 | 13:45 Uhr |

Web 2.0 ist vor allem ein Marketing-Begriff, mit dem so manches Internet-Unternehmen betonen will, dass es voll up-to-date ist. Doch viele Anwender lässt das Web-2.0-Geplärre kalt, wie eine aktuelle Umfrage von Avira zeigt.

Ob sich die Web 2.0-Werkzeuge (Wikis, Xing, Videocommunities, StudiVZ & Co) dauerhaft als nützliche Internetanwendungen beweisen, wird immer wieder diskutiert. So kommt eine aktuelle Umfrage der Sicherheitsexperten von Avira zu dem Ergebnis, dass 14 Prozent der Internetnutzer mittlerweile mehr online kommunizieren als von Angesicht zu Angesicht.

Doch beim Thema Web 2.0 scheiden sich die Geister: Während eben jeder Siebte seine Kontakte online pflegt, lehnen zwei von drei Befragten das Web 2.0 ab. Zehn Prozent der von Avira Befragten schätzen zwar den Informationswert von Blogs. Besonders bei spezifischen Themeninteressen sind Blogs beliebte Informationsquellen. 40 Prozent der Umfrageteilnehmer von Avira lehnen aber den digitalen Exhibitionismus im Web 2.0 ab und geben ihre persönlichen Daten weder in sozialen Netzwerken noch in Blogs oder Wikis preis. "Schafe werfen auf Facebook, Selbstdarstellung bei MySpace oder Statusmitteilungen bei Twitter: Das ist doch sinnlos", finden 28 Prozent der Befragten. Für die einen sind Web-2.0-Applikationen die neuen Unterhaltungsmedien der Zukunft, für die anderen vergeudete Zeit.

Der deutsche IT-Sicherheitsanbieter Avira hat für die Umfrage zur Bedeutung des Web 2.0 1432 Besucher seiner Webseite www.free-av.de befragt.

Trotz dieser Skepsis glaubt Tjark Auerbach, Gründer und Geschäftsführer von Avira, an die Bedeutung der Web-2.0-Instrumente: "Unternehmen werden nicht umhin kommen, früher oder später die neuen Formen des Wissens- und Informationsaustausches wie beispielsweise Weblogs einzusetzen. Für viele deutsche Unternehmen gehören Web-2.0-Funktionen wie Corporate-Blogs mittlerweile zum guten Ton."

Auch Spam-Versender haben das Web 2.0 längst für ihre Zwecke entdeckt: Kürzlich wurden zwei amerikanische Spammer zu 230 Millionen Dollar Schadensersatz verurteilt, weil sie wiederholt Spam-Nachrichten an Mitglieder der Community-Website MySpace versendet hatten. Für acht Prozent der Avira-Befragten sind derartige Vorfälle Grund genug, dem Web 2.0 den Rücken zu kehren. "Die Betreiber von Web-2.0-Anwendungen sollten die Nutzer vor Nachrichtenmissbrauch, Spam und Phishing-Emails schützen", empfiehlt Auerbach. "Gleichzeitig sollten Nutzer ihre Privatsphäre schützen und die persönlichen Angaben auf ein Minimum beschränken. Denn diese Portale können beispielsweise auch von potentiellen Arbeitgebern als Informationsquelle über Bewerber genutzt werden."

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