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Diese 10 Dinge hat das Internet getötet

30.04.2015 | 14:10 Uhr |

Von Sex und Nigeria bis hin zu Lexika und Stammtisch- Argumenten: Das Web hat viele Werte des Lebens stark in Mitleidenschaft gezogen und verändert.

Für manche Menschen ist das Internet die Killerapplikation: Von Zeitungen und den Gelben Seiten bis hin zur eigenen Privatsphäre - das Internet kann des Mordes beschuldigt werden, es hat mehr Dinge verändert, ruiniert oder verdrängt als irgendetwas zuvor. Einige Behauptungen sind konkreter als andere, aber das Netz rollt wie eine Lawine durch unser Leben.

Hier sind die zehn Dinge, die durch das Internet praktisch ausgestorben sind - und die vier, die trotzdem florieren:

1. Der Glaube an Enzyklopädien

Früher war der Brockhaus die unantastbare Wissensquelle der meisten Menschen. Was dort stand, war wahr. Als Kind schauten die meisten noch ehrfürchtig ins Bücherregal und sahen sich unermesslichem Wissen gegenüber. Heute - dank Wikipedia - versteht man unter "enzyklopädischem Wissen" etwas ganz anderes und es ist nicht unwahrscheinlich, dass der letzte Artikel den Sie gelesen haben von einer 12-Jährigen zusammengebastelt wurde. Nach einer Studie aus dem Jahr 2005 durch die britische Zeitschrift "Nature" wurden die Britannica und die Wikipedia als vergleichbar fehlbare Wissensquellen entlarvt - das Vertrauen in Enzyklopädien ist dadurch erneut gesunken. Britannica kritisierte diese Studie zwar als fehlerhaft, aber da war es bereits zu spät. Das Internet macht Wissen global, multimedial, immer verfügbar und umfassend - gravierende Vorteile. Doch es ist nicht alles Gold, was glänzt.

Lesetipp: Detektivarbeit - Selber ermitteln im Internet

2. Stammtischargumente

Google, andere Suchmaschinen und Wissensquellen im Internet machen Wissen immer und überall verfügbar. Früher durfte man noch stundenlang in einer Kneipe verbringen und über dieses und jenes Thema philosophieren; war man unterschiedlicher Meinung, dann zählten die besseren Argumente, die Glaubwürdigkeit und der Ruf des jeweiligen Kontrahenten. Heute zückt jemand ein Smartphone und zerstört den Traum vom eigenen, analog gespeicherten Wissen in Sekunden.

Fragen zu zukünftigen Ereignissen - wer gewinnt die Wahl, wer gewinnt das nächste Fußballspiel? - waren emotionale Themen, die nahezu unerschöpfliche Diskussionen ermöglichten, notfalls mit einem weiteren Bier gerüstet konnte man sich dem hingeben, was Generationen vor uns schon gerne getan haben. Von der platten Parole bis hin zu fundiertem Wissen konnte man alles finden. Doch heute spielen andere Dinge eine Rolle: Statistiken, knallharte Fakten, aktuelle Informationen. Manch einer wird sich fragen, wo bleibt da der Spaß?

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