172420

E-Müll-Versand zum Discount-Preis

23.10.2007 | 16:27 Uhr |

Der Untergrund lockt derzeit mit Discount-Preisen. Der Versand von ein paar Millionen Spam-Mails ist bereits für wenige hundert Dollar zu haben, ein DDoS-Angriff auf einen Web-Server ist auch nicht teurer.

Das Bochumer Sicherheitsunternehmen G Data hat untersucht, zu welchen Preisen Cyber-Kriminelle ihre Dienste feil bieten. Dabei haben die Forscher der G Data Security Labs festgestellt, dass derzeit offenbar Kombinationsangebote der große Renner sind. Die Täter vernetzen sich untereinander, um möglichst alle Dienste aus einer Hand anbieten zu können.

So kostet der Versand von 20 Millionen Spam-Mails gerade einmal 350,- Euro. Für nur 140,- Euro gibt es ein Startpaket zum Selbstversand von Spam-Mails, inklusive Software und fünf Millionen Adressen. Mail-Adressen sind Massenware, die zu Preisen ab 100 Dollar für 10 Millionen Adressen verramscht werden. Validierte Anmeldedaten sind hingegen vergleichsweise teuer - ein gestohlener WoW-Account (World of Warcraft) kostet sechs Euro, ein Satz Kreditkartendaten nur drei Euro.

Oft werden die Dienstleistungen auch nach Zeit abgerechnet. Die ersten zehn Minuten eines DDoS-Angriffs auf einen Web-Server sind meist kostenlos, um die Fähigkeiten der Täter zu demonstrieren. Eine Stunde kostet ab etwa 20 Dollar, ein ganzer Tag ist schon ab 100 Dollar zu bekommen. Selbst Feierabend-Spammer, die nur 20 Stunden im Monat damit verbringen 400 Millionen Mails zu versenden, können ein monatliches Einkommen von 7000 Euro oder mehr erzielen.

Die teureren Artikel im Sortiment der Online-Kriminellen sind maßgefertigte Schädlinge, auch wenn diese zweifellos oft aus Baukästen zusammen gestellt werden. Für den Exploit einer Sicherheitslücke oder ein individuell angepasstes Trojanisches Pferd werden schonmal mehrere zehntausend Euro verlangt - und gezahlt.

Verlierer in der Welt des Cybercrime sind die per Spam-Mail angeworbenen Geldwäscher. Sie träumen von bequemen Nebeneinkünften von 5000 Euro und mehr, landen aber meist schneller in den Händen der Polizei als sie das Geld überhaupt ausgeben können.

0 Kommentare zu diesem Artikel
172420