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Was Suchmaschinen über uns wissen

06.04.2005 | 14:52 Uhr |

Das Internet ist das größte Nachschlagewerk der Welt. Suchmaschinen durchforsten und katalogisieren Millionen von Web-Seiten. Unter anderem auch ihre Nutzer.

Das Internet ist das größte Nachschlagewerk der Welt. Suchmaschinen durchforsten und katalogisieren Millionen von Web-Seiten. So nutzen viele Anwender routinemäßig ihre Lieblingssuchmaschine, um alles nur erdenkliche nachzuschlagen. Bevorzugte Suchoptionen wie etwa die zu verwendende Sprache werden mit Hilfe permanenter Cookies gespeichert. Cookies enthalten keine personenbezogenen Daten, man bleibt also vermeintlich anonym. Die Betreiber vieler Suchdienste bieten eine Reihe zusätzlicher Komfortdienste wie Mail-Accounts, Newsletter, Weblogs oder Chats - und dies nicht aus reiner Nächstenliebe.

Für diese Dienste ist meist eine Registrierung erforderlich. So ist es für die Suchportale ein Leichtes, registrierte Benutzer und gespeicherte Cookies zu verknüpfen. Auf diese Weise können die eingegebenen Suchbegriffe einer konkreten Person zugeordnet werden. Sucht ein Anwender, der sich im Schutz der vermeintlichen Anonymität des Internets wähnt, im Laufe der Zeit zum Beispiel nach Heilmethoden für Krankheiten, Informationen über sein Hobby oder Seiten, die seinen sexuellen Vorlieben Futter liefern, können all diese Suchbegriffe mit seinem Benutzerprofil verbunden und gespeichert werden.

Hinzu kommt die Möglichkeit, die Inhalte der Mails auszuwerten, die über das Benutzerkonto empfangen und versandt werden. Unklar bleibt, welche dieser Möglichkeiten die einzelnen Anbieter wirklich nutzen und was sie mit den gesammelten Daten machen. Die auf den Seiten der Anbieter veröffentlichten Nutzungsbedingungen und Datenschutzerklärungen lassen einigen Spielraum. Die meisten Anbieter verpflichten sich immerhin, gesammelte persönliche Daten nicht an Dritte weiterzugeben. Sie weiten jedoch ihre Tätigkeitsbereiche auf immer neue Geschäftfelder aus oder werden von anderen Unternehmen geschluckt, die damit nicht länger "Dritte" im Sinne dieser Vereinbarung mit dem Benutzer sind.

Die Kombination von Suchmaschine, Mail-Account und Cookies bei einem Anbieter sollte Sie also besser vermeiden, auch wenn Sie immer noch in dem Glauben leben, Sie hätten ja nichts zu verbergen. Lesen Sie die Nutzungsbedingungen Ihres bevorzugten Dienstes, um zu erfahren, welche Freiheiten sich Google , Yahoo und andere herausnehmen. Benutzen Sie einen Cookie-Manager, zum Beispiel den Ihres Browsers.

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