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Was Katrina uns lehrt

14.09.2005 | 16:46 Uhr |

Die Folgen des Hurrikans Katrina enden nicht bei der Zerstörung von Gebäuden, auch IT-Infrastruktur ist betroffen.

Durch den verhehrenden Wirbelsturm "Katrina", der im August die Südküste der USA heimsuchte (Bild des Superdome; Quelle NOAA ), wurden nicht nur Menschen um ihr gesamtes Hab und Gut gebracht oder verloren gar ihr Leben. Viele Unternehmen stehen vor dem Aus, weil ihre IT-Infrastruktur teilweise oder völlig zerstört ist. Es gilt aus diesem Ereignis geeignete Lehren zu ziehen, damit Firmen für den Fall einer Katastrophe keinen Totalschaden erleiden.

Die IT-Infrastruktur eines Unternehmens, also Computer, Netzwerke, Daten- und Kommunikations-Verbindungen zum Rest der Welt und gespeicherte Informationen, ist meist organisch gewachsen und nicht vorab am Reißbrett geplant. Übertragen auf ein Haus würde das bedeuten, sie ist kein neu errichtetes Bürogebäude, sondern eher eine Gartenlaube, an der im Laufe der Zeit diverse Anbauten wie Terrasse, Garage oder Geräteschuppen eher kurzsichtig vorgenommen wurden. Keiner weiß mehr, welche Wände noch welche Last tragen können und alles bricht zusammen, wenn irgendwo ein wichtiges Teil versagt.

Die Lektionen, die IT-Manager und Unternehmensführung aus einem solchen Ereignis lernen sollten, sind an sich lange bekannt. Diese Lehren geraten jedoch zu schnell wieder in Vergessenheit.

Sicherheit (im weitesten Sinne) ist kein Zusatzmodul, das man hinterher einbaut. Sicherheit muss schon in der Planungsphase integraler Bestandteil des Konzepts sein. Dabei ist die Sicherung des Unternehmens wichtiger als die von Computern.

Alle Bestandteile der IT-Infrastruktur sollten so inventarisiert werden, dass auch die Abhängigkeiten untereinander gut erkennbar sind.

Es sollte zumindest einen "Plan B" geben, mit dem überlebenswichtige Teile des Geschäfts innerhalb kurzer Zeit auch von einem anderen Standort aus weitergeführt werden können.

Kopien wichtiger Unternehmensdaten, einschließlich aktueller Backups, sollten zusätzlich an einem Ort aufbewahrt werden, der von einer lokal begrenzten Katastrophe nach menschlichem Ermessen nicht oder wenig betroffen wäre.

Zu den Katastrophen zählen dabei nicht nur Naturereignisse wie Hochwasser oder Wirbelstürme sondern zum Beispiel auch Brände, Einbrüche oder Beschlagnahme durch Gerichtsvollzieher oder Polizei. Alle diese Ereignisse können auch ohne Eigenverschulden eintreten.

Private Computer-Nutzer mit schmalem Geldbeutel sollten zumindest prüfen, bei welchen Daten ein Verlust so schmerzhaft wäre, dass eine Investition in eine Backup-Lösung zur Sicherung auf externe Datenträger gerechtfertigt ist. Bei der Beurteilung der Wichtigkeit von Daten wie Fotos, Dokumenten oder Systemeinstellungen spielen subjektive Kriterien hier meist eine große Rolle. Zum Verlust führende Katastrophen beginnen unter Umständen bereits mit dem Verschütten von Kaffee oder einer überlasteten Mehrfachsteckdose.

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