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Warnung: Mysteriöse Web-Attacken im Gange

23.09.2016 | 16:27 Uhr |

Mit gezielten DDoS-Attacken wollen Staaten offenbar die Netzinfrastrukturen ihrer Nachbarn testen.

Der Sicherheitsexperte Bruce Schneier ist bei seinen Untersuchungen auf merkwürdige Angriffe auf sensible Netzinfrastrukturen gestoßen. Seit zwei bis drei Jahren seien demnach systematisch Verteidigungsmechanismen erkundet worden. Speziell im Bereich der DDoS-Attacken sei eine starke Zunahme zu verzeichnen. Schneier macht China oder Russland für die Angriffe verantwortlich. Beweisen lassen sich diese Anschuldigungen aber nicht.

Immer wieder komme es zu langsam steigenden DDoS-Angriffen, die dann unvermittelt stoppen, um in der nächsten Woche auf dem hohen Niveau weiterzugehen. Offenbar wollen die Angreifer damit gezielt Schwachstellen sondieren. Darüber hinaus berichten einige Unternehmen, mit denen Schneier gesprochen hat, von manipulierten Webadressen und Routern. Auch VeriSign untermauert mit seinem neuen DDoS Trend Report die Beobachtungen von Schneier. Die Angriffe nach dem DDoS-Muster seien im zweiten Quartal 2016 deutlich angestiegen.

Laut Schneier gibt es dafür nur eine Erklärung: Fremde Staaten testen die Abwehrfähigkeiten von Unternehmen, die systemkritische Dienste im Netz zur Verfügung stellen. Sollte dieses Wissen irgendwann zum Einsatz kommen, so ließen sich damit möglicherweise Teile eines Landes vom Internet abschneiden. Provozierte Störungen im Finanzsektor hätten ebenfalls katastrophale Auswirkungen. Nach Ansicht von Schneier befindet sich die Welt bereits in einem digitalen Rüstungskrieg. Er vergleicht die Situation mit den 1980er Jahren, als USA und Russland mit Spionage-Flugzeugen die Abwehrsysteme ihrer Gegenspieler ausgelotet haben. Gewissheit über die Herkunft der Angreifer hat derzeit wohl nur die NSA, die ihre Erkenntnisse aber nicht öffentlich zugänglich macht.

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