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Warner-Manager: Musik-Downloads auf Handys sind zu kompliziert

14.02.2007 | 14:48 Uhr |

Das Konzept ist simpel: Anwender, die über ein entsprechendes Handy verfügen, können sich Musiktitel gegen Gebühr direkt auf das Telefon laden - ein Bombengeschäft für die Beteiligten. Dumm nur, wenn der Großteil der Nutzer an derartigen Angeboten kein Interesse zeigt. Kein Wunder, meint Warner-Music-Chef Edgar Bronfman Jr.. Das Ganze sei auch viel zu kompliziert.

Er gilt als einer der Boom-Märkte der Zukunft: Der kostenpflichtige Download von Inhalten auf Mobiltelefone. Auf Grund der relativ geringen Größe eignen sich derzeit vor allem Musiktitel oder Klingeltöne für derartige Angebote, später soll auch der Download von Filmen oder kurzen Videos die Kassen der Anbieter füllen. Das Geschäft mit mobiler Musik, darin sind neben Musiktiteln unter anderem auch Klingeltöne enthalten, läuft bereits jetzt nicht schlecht. Für das laufende Jahr wird ein weltweiter Umsatz in diesem Segment von neun Milliarden Dollar erwartet. Doch nur 8,5 Prozent derjenigen Anwender, die ein Handy besitzen, über das mobile Musik erworben werden kann, nutzen diese Möglichkeit.

Für den Warner-Music-Chef Edgar Bronfman Jr. ist die Sache klar: "Warum? Es ist teuer, es ist kompliziert und es ist langsam", so Bronfman bei einer Rede auf der 3GSM. "Es ist erstaunlich, dass wir einen so hohen Umsatz generiert haben, in Anbetracht dessen, wie schwierig das Ganze für den Anwender ist." Laut Bronfman dauert es im Schnitt rund zwei Minuten, bis man einen Klingelton gekauft hat. Der Anwender muss in dieser Zeit bis zu 20 Mal auf seinem Handy klicken. Bei digitalen Musiktiteln verhalte es sich ähnlich.

Selbst junge Handy-Fans, die eigentlich kaum Berührungsängste mit neuen Technologien haben, finden es zu schwierig, mobile Inhalte zu erwerben, erklärte Mika Salmi, Präsident für Global Digital Media bei MTV Networks. Um das Geschäft anzukurbeln müssten die Systeme wesentlich vereinfacht werden. Entsprechend regt MTV bei seinen Partnern an, Abomodelle anzubieten, bei denen der Kunde im Vorfeld weiß, wie viel er monatlich zahlen muss.

Der Ruf nach einfacheren Systemen kommt dabei nicht von ungefähr. Denn Apples iPhone steht vor der Tür und der iTunes Music Store hat bereits bewiesen, dass intuitive Bedienerführung ein Schlüssel zum Erfolg ist. Sollte das Ganze auf dem iPhone also ähnlich gut funktionieren wie am PC, wäre Apple in Sachen Verkauf digitaler Musiktitel für Handys mehr als eine Nasenlänge voraus.

Apple revolutioniert das Handy: Herzlich Willkommen, iPhone! (PC-WELT Online, 10.01.2007)

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