162016

Software macht Handy zum mobilen WLAN-Router

Taproot Systems macht das Handy zum Hotspot. Mit der Software des amerikanischen Unternehmens können sich bis zu fünf Computer per WLAN mit einem Mobiltelefon verbinden und über seine UMTS-Verbindung im Internet surfen. Der Preis wurde gerade auf eine Einmalzahlung von 25 Dollar gesenkt, nachdem es Walking Hotspot bisher immer nur für 7 Dollar monatlich zur Miete gab. Den Mobilfunkanbietern dürfte die Software nicht gerade gefallen.

Die amerikanische Firma Taproot Systems bietet ihre Handy-Software Walking Hotspot jetzt für eine Einmalzahlung von 25 Dollar (18 Euro) an. Damit wird jedes Mobiltelefon zum WLAN-Hotspot, über den bis zu fünf Geräte in der Nähe ins Internet gehen können. Sie surfen dann gemeinsam über die UMTS-Verbindung des Handys. Das ist oft praktischer als die weitverbreiteten USB-Sticks mit HSDPA, die immer nur einen einzelnen Laptop mit mobiler Bandbreite versorgen können. "Es ist auch stabiler als eine Bluetooth-Verbindung vom Computer zum Handy", erklärte Sean O'Leary, Vice President Business Development, in einem Interview bei Areamobile.de.

Bisher hatte Taproot Systems immer versucht, die Software für 7 Dollar monatlich zu vermieten oder als vorinstalliertes Programm auf den Mobiltelefonen von Netzbetreibern an den Mann zu bringen. "Wir entwickeln schließlich seit acht Jahren Software für Handyhersteller, die auf Millionen von Geräten läuft", sagt Sean O'Leary. Mit solchen Aussagen will Taproot Systems sich vor allem von dem konkurrierenden Startup JoikuSoft absetzen, dessen Software die selben Funktionen bietet, aber bisher immer billiger war. In unserem Test lief JoikuSpot aber nicht sehr stabil.

Walking Hotspot gibt es für Mobiltelefone mit S60 oder Windows Mobile, die einen WLAN-Chip eingebaut haben. Sobald die Software gestartet ist, funkt das Handy seine WLAN-Kennung in die Umgebung. Für die Anmeldung an dem Handy-Hotspot steht nur die unsichere WEP-Verschlüsselung zur Verfügung, aber wenigstens können unerwünschte Mitsurfer durch einen Filter für MAC-Adressen ferngehalten werden. Dass bisher kein Mobilfunkanbieter die Software auf seinen Geräten anbieten wollte, hat seinen Grund: Sie verletzt die Allgemeinen Geschäftsbedingungen vieler Handy-Tarife.

Zahlreiche Netzbetreiber bieten günstige Daten-Flatrates an, die aber nur mit dem Handy genutzt werden dürfen. Wenn plötzlich fünf Laptops über das Mobiltelefon ins Internet gehen, dann steigt der Datenverbrauch enorm und der Anbieter macht Verlust. Besonders die amerikanischen Flatrates fürs iPhone wären ideal für Walking Hotspot, weil sie nicht bei starkem Verbrauch gedrosselt werden. Aber Apple hat die Software bisher nicht für seinen App Store genehmigt.

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