Wachablösung auf Ketten: RP6 löst CCRP5 ab (Update)

Mittwoch den 20.06.2007 um 17:12 Uhr

von Hans-Christian Dirscherl

Ein neuer Roboter rollt auf experimentierfreudige Anwender zu. Der Neue heißt RP6 ROBOT SYSTEM und ist – wie der Name schon andeutet - der Nachfolger des RP5, der als Robby CCRP5 von Conrad verkauft wird. Der RP6 wurde gegenüber dem CCRP5 deutlich modernisiert. Update: Mittlerweile liegen uns weitere Informationen von Hersteller Arexx und von Distributor Conrad vor.
USB-Interface und Loader
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© 2014
Die Ausstattung des RP6 im Detail.
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CCRP5, liebevoll auch als "Robby" bezeichnet, zählt zu den Veteranen unter den Heimrobotern ( die PC-WELT hat Robby in Ausgabe 6/2007 ausführlich vorgestellt ). Sein Alter merkt man ihm allerdings an, so verfügt er beispielsweise anders als viele Konkurrenzmodelle über keine Tastsensoren, sondern identifiziert Hindernisse ausschließlich mit Hilfe seine Infrarotsystems. Doch jetzt hat Hersteller Arexx Engineering den Nachfolger vorgestellt: Den RP6 . Anders als der CCRP5 wurde der RP6 jedoch selbstständig von Arexx entwickelt, während im CCRP5 viel Know-How und auch Bauteile von Conrad stecken (beispielsweise die C-Control)

Die Mechanik des "RP6 ROBOT SYSTEM" oder kurz "Robby RP6" soll auf der des Vorgängers beruhen, wurde aber laut Hersteller verbessert. Das Getriebe soll jetzt deutlich leiser arbeiten. Das war aber auch dringend nötig, CCRP5 entwickelte im Test der PC-WELT einen geradezu infernalischen Betriebslärm, der das Verhältnis zum Nachbarn deutlich beeinträchtigen kann.

Arexx zufolge wurde die Elektronik von RP6 komplett neu entwickelt. Ein in der Bastelszene durchaus bekannter und bewährter Prozessor kommt jetzt zum Einsatz, der ATMEGA32-Mikrocontroller.

Eine fundamentale Änderung ist damit auch bei der Programmiersprache verbunden: Um dem Roboter Leben einzuhauchen, muss man nicht mehr eigens einen speziellen Basic-Dialekt lernen, wie es noch beim CCRP5 der Fall war. Und man muss sich auch nicht mit einer dieser visuellen Programmiersprachen beschäftigen, die meist bei Heimrobotern mitgeliefert werden (beispielsweise beim Lego Mindstorms NXT und beim Robo Mobile Set von Fischertechnik), sondern kann mit gängigem C programmieren. Die Entwicklungstools laufen unter Windows (98SE bis Vista) und Linux.

Wie auch schon beim CCRP5 liegen dem Roboter fertige Programmierroutinen bei, mit denen man sofort loslegen kann. Diese Routinen kann man an seine eigenen Wünsche anpassen und mit dem Code etwas herumexperimentieren. So gewinnt man schnell Zugang zur Programmierung des Roboters. Außerdem liefert Arexx eine C-Funktionsbibliothek für den RP6 mit.

Die Entwicklungsumgebung samt Loader (mit dem die entwickelten Programme auf den Roboter überspielt werden) macht, so weit man das auf dem Screenshot erkennen kann, einen deutlich aufgefrischten, moderneren Eindruck als die doch sehr in die Jahre gekommene IDE von CCRP5.

Die Datenübertragung erfolgt via USB (beim RP5 war es noch die serielle Schnittstelle). Mit der RP6-Loader-Software werden die Programme in den Mikrocontroller auf dem Mainboard und in alle Erweiterungsmodule geladen. Über das integrierte Terminalprogramm kann man per Textnachrichten mit dem Roboter kommunizieren und Sensorwerte ausgeben.

Derzeit bei Conrad im Angebot: Der Robby CCRP5
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Vom Vorgänger hat der RP6 das Infrarot-"Anti Collision System" (ACS) geerbt. An diesem System gab es schon beim CCRP5 nichts zu bemängeln, es arbeitete schnell und - bei großflächigen Hindernissen - zuverlässig. Allerdings waren die IR-Dioden an der Vorderseite völlig ungeschützt angebracht, was schnell dazu führt, dass sie sich verbiegen und das ACS danach nicht mehr den gesamten vorderen Bereich abdecken kann.

Diese Schwachstelle wird jetzt durch eine wichtige Neuerung beseitigt: Der RP6 verfügt nämlich über einen Tastsensor an der Vorderseite. Vom Aufbau her ähnelt diese "Stoßstange mit zwei Tastsensoren (Bumper)" den Tastsensoren des ebenfalls von uns getesteten Boe-Bot von Parallax. Diese Tastsensoren können auch zur Eingabe benutzt werden.

Mit den bereits vom CCRP5 bekannten zwei Lichtsensoren kann der RP6 Lichtquellen verfolgen und die Helligkeit im Raum bestimmen. Ultraschallsensoren und Greifarme sind im Unterschied zum Lego Mindstorms NXT nicht vorhanden.

Der beim CCRP5 auf der Platine angebrachte Sensor für Fingerkontakte ist entfallen, wie uns Arexx bestätigte. Er hatte sich als überflüssig erwiesen, weil ihn fast niemand benutzte.

Die Wegstreckenzähler des CCRP5 wurden durch Drehgeber ersetzt. Damit soll eine 150 Mal höhere Auflösung von 625 CPR ("Counts per revolution", also Zählschritte pro Radumdrehung) möglich sein. Der Roboter kann damit die zurückgelegte Wegstrecke mit einer Auflösung von etwa 0,25 Millimeter pro Zählschritt messen, wie Arexx betont. Statt vier wie beim Vorgänger sind jetzt sechs Status-LEDs verbaut.

Über das Infrarot Kommunikationssystem kann der Roboter im Nahbereich (etwa 2 bis 4 Meter) drahtlos mit anderen Robotern kommunizieren und Daten austauschen. Außerdem kann man ihn damit von einer Infrarot-Fernbedienung aus steuern.

Mittwoch den 20.06.2007 um 17:12 Uhr

von Hans-Christian Dirscherl

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