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WGA: Windows-Echtheitsüberprüfung versagte am Wochenende

27.08.2007 | 16:11 Uhr |

Windows-Anwender hatten am Wochenende teilweise Probleme ihr frisch installiertes Windows zu validieren. Der Grund: Die Echtheitsüberprüfung via Internet war nicht mehr möglich.

Laut Angaben von Microsoft waren sowohl Windows XP als auch Windows Vista von den Problemen betroffen. Insgesamt sollen die für die Validierung zuständigen Server über 19 Stunden lang hinweg Probleme gehabt haben, die letztendlich dann seitens Microsoft behoben wurden. Angaben darüber, welche Probleme genau aufgetreten waren, nannte Microsoft nicht. Bei Windows Vista mussten Anwender aufgrund fehlgeschlagener Validierung für einige Stunden eine abgespeckte Version des Betriebssystems verwenden. Auch Windows Vistas Aero verweigerte seine Dienste.

Im Microsoft-Forum versuchte Phil Lui , Programm-Manager für WGA, die erhitzten Gemüter zu beschwichtigen. Während die Probleme bestanden, versicherte er den Anwendern, dass eifrig an einer Lösung gearbeitet werde und er nicht zu Bett gehen wolle, bis dies geschehen sei. Egal wie lange es auch noch dauern möge. Samstagnachmittag (US-Zeit) waren die Probleme letztendlich aus der Welt geschaffen worden. Microsoft bittet alle Anwender, die ihr Windows während der Problemphase nicht validieren konnten, dies nunmehr nachzuholen. Ob Windows erfolgreich validiert wurde, kann auf dieser Microsoft-Site überprüft werden.

Die ersten Berichte von Anwendern, die ihr Windows nicht validieren konnten, tauchten am Freitagabend in den Microsoft-Foren auf. Besitzer einer echten Version von Windows mussten es sich in der Zeit gefallen lassen, dass ihr Windows als unrechtmäßige Kopie eingestuft wurde. Entsprechend negativ vielen auch die Kommentare der Anwender in den Foren aus, die sich zu Unrecht als Besitzer einer illegalen Kopie verdächtigt sahen. Erste Stellungnahmen von Microsoft gossen Öl ins Feuer, denn in diesen Stellungnahmen war zunächst die Rede davon, dass das Beheben der Probleme bis Dienstag andauern könnte. Letztendlich dauerte die Behebung dann doch nicht so lange, wie ursprünglich prognostiziert.

Wie viele der für WGA zuständigen Microsoft-Server mit Problemen zu kämpfen hatten, ist nicht bekannt. Im offiziellen Blog des Vista-Teams ist davon die Rede, dass nur wenige Kunden betroffen gewesen sein sollen. Ein Hinweis darauf, wie viele Windows-Anwender letztendlich betroffen waren, fehlt allerdings in der Mitteilung im offiziellen Blog des WGA-Teams . Hier wird lediglich verkündet, dass die Probleme gelöst worden seien.

Der Fall zeigt, dass Microsoft bei Problemen mit WGA schnellst möglich reagieren muss. Genau genommen beträgt diese Frist drei Tage. Ansonsten verfallen die Betriebssysteme in einen Modus mit reduzierten Funktionen.

Der Fall zeigt aber auch, mit welchen Problemen Software zu kämpfen haben, die per Online-Verbindung validiert werden müssen. Ein weiteres aktuelles Beispiel ist die PC-Version des Spiels Bioshock. Zusätzlich zum Kopierschutz muss jede Version des Spiels auch online aktiviert werden. Das könnte spätestens dann zu einem Problem werden, wenn die Aktivierungsserver offline gehen, weil beispielsweise das Entwicklerstudio pleite geht. Seitens der Entwickler kommt immerhin Entwarnung: Die Online-Aktivierung ist demnach nur für die erste Phase des Verkaufs zwingend erforderlich und soll in dieser heißen Phase die Verbreitung des Spiels als Raubkopie erschweren. Und das anscheinend mit Erfolg, denn bisher ist noch keine funktionstüchtige Raubkopie des Spiels in Tauschbörsen aufgetaucht.

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