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WGA: Sicherheitsupdates und -patches weiterhin für Alle

25.04.2006 | 13:21 Uhr |

Im Internet kursieren Gerüchte darüber, dass Microsoft künftig auch Sicherheitsupdates erst nach einer Echtheitsüberprüfung per WGA zum Download anbieten will. Bisher galt dies nur bei nicht-sicherheitsrelevanten Downloads. Die PC-WELT hat bei Microsoft nachgehakt, was an diesen Gerüchten dran ist.

Microsoft schützt seit geraumer Zeit seine Downloads mittels WGA ( Windows Genuine Advantage). Das im vergangenen Jahr gestartete Projekt ( wir berichteten ) soll Anwendern dabei helfen zu erkennen, ob sie ein legales Windows einsetzen oder nicht.

In den vergangenen Tagen gab es im Internet Gerüchte darüber, dass Microsoft plane, WGA zu ändern und künftig auch Sicherheitsupdates nur nach einer Echtheitsüberprüfung anbieten zu wollen. Die PC-WELT hat bei Microsoft nachgehakt, was an diesen Gerüchten dran ist.

Microsoft dementierte derartige Pläne. "Auch in Zukunft wird es weiterhin Sicherheitsupdates und -patches ohne WGA-Validierung geben", so Pressesprecherin Irene Nadler von Microsoft gegenüber der PC-WELT.

Sprich: Auch wenn es Änderungen bei WGA gibt, Sicherheitsupdates gibt's dennoch weiterhin für alle Anwender auch ohne vorhergehende Echtheitsüberprüfung.

Nicht-sicherheitsrelevante Downloads werden mittels WGA vor dem Download geschützt. Ein Anwender muss zunächst seine Windows-Version validieren und gelangt erst dann zu dem Download. Die frisch erschienene neue Beta des Internet Explorer 7 ( wir berichteten ) bietet Microsoft beispielsweise ebenfalls nur Anwendern an, die zunächst per WGA ihr Betriebssystem validieren lassen. Der Download selbst ist nicht per WGA geschützt, erst beim Versuch, die Beta des Browsers zu installieren, erfolgt die Überprüfung des Betriebssystems.

WGA betrifft alle Downloads, die Windows um Funktionen ergänzen und erweitern. Ausgenommen sind Sicherheitsupdates und -patches. So werden beispielsweise alle zum Patch-Day veröffentlichten Updates ausnahmslos an alle Windows-Anwender verteilt, unabhängig davon, ob sie ein legales Windows einsetzen oder im Besitz einer Raubkopie sind. Der Gedanke dahinter: Alle Anwender sollen dazu animiert werden, alle verfügbaren Sicherheitsupdates zu installieren und ihren Rechner zu schützen. Microsoft möchte nicht, dass Rechner mit Lücken ins Internet gehen, für die es schon ein Update gibt, nur weil Besitzer einer Raubkopie Angst davor haben, ihr Betriebssystem zu aktualisieren.

Erst vor kurzem konnte Microsoft mittels WGA einen Erfolg verbuchen und Software-Piraten dingfest machen. Käufer von gefälschten Microsoft-Produkten hatten über einen Hinweis durch WGA gemerkt, dass sie eine Raubkopie erworben hatten und Microsoft anschließend die Daten der Verkäufer mitgeteilt ( wir berichteten ).

Am Montag hat Microsoft mit OGA die Erweiterung der Echtheitsüberprüfung für Office-Produkte angekündigt. Microsoft Office Genuine Advantage (OGA) startet als Pilotprojekt in dieser Woche in Webauftritten von Microsoft in den Sprachen Tschechisch, Chinesisch, Spanisch und Russisch.

Beim WGA wird es eine Änderung geben, die allerdings nur Besitzer einer Raubkopie sehen werden. Bei ihnen wird künftig WGA einen Warnhinweis auf dem Desktop einblenden, der sie darüber informiert, dass sie eine Raubkopie einsetzen. Diese neue WGA-Funktion wurde vorab von Microsoft seit November 2005 in Norwegen und Schweden getestet. Ab sofort wird die Funktion auch in den USA, in Malaysia, Australien und Neuseeland aktiviert.

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