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WGA-Hacks: Microsoft will nachbessern

02.08.2005 | 10:59 Uhr |

Schon kurze Zeit nach dem Start von WGA haben findige Anwender gleich mehrere Methoden herausgefunden, um den Piraterie-Check von Microsoft zu umgehen. Ein Microsoft-Sprecher bestätigte nun die Wirksamkeit der Anti-WGA-Methoden und kündigte an, dass Microsoft nachbessern will.

Microsoft hat vergangene Woche den Startschuss für das "Windows Genuine Advantage"-Programm (WGA) gegeben, durch das nur Besitzer einer Windows-Originalversion an von Microsoft angebotene Downloads gelangen. Vorausgegangen war eine mehrmonatige Testphase. Bereits kurz nach dem Start war es allerdings findigen Usern gelungen, mehrere Methoden aufzuspüren, wie WGA umgangen werden könnte.

Über eine dieser Methoden hatten wir bereits in der News "Microsofts Piraterie-Check: Mittels Mini-Skript umgehbar" berichtet.

Als Alternative können Anwender vor dem Download

javascript:void(window.g_sDisableWGACheck='all')

in die Adresszeile eingeben und so den WGA-Check umgehen. In dem von uns erwähnten Mini-Skript kommt diese Befehlszeile ebenfalls vor und macht deren Einsatz etwas "komfortabler". Jedenfalls im Sinne des Anwenders und nicht in dem vom Microsoft.

Die dritte Methode funktioniert nur im Internet Explorer. Dazu müssen Anwender im Menü "Extras" die "Internetoptionen" aufrufen. Dort in den Reiter "Programme" wechseln und den "Add-On"-Manager aufrufen. Hier findet sich ein Eintrag für das Active X-Control "Windows Genuine Advantage Validation Tool". Wird das Active X-Control abgeschaltet, erfolgt künftig kein WGA-Check.

Microsoft hat mittlerweile zur Kenntnis genommen, dass es diverse Umgehungsmethoden für die WGA-Überprüfung gibt. "Innerhalb von 24 Stunden haben Hacker erklärt, sie hätten den (WGA) Prozess umgangen und es scheint so, als hätten sie es wirklich geschafft", sagte ein Microsoft-Sprecher. "Wir sind nicht überrascht, dass Hacker eine Anzahl von Methoden versuchen würden, den Schutz zu umgehen, den WGA bietet", so der Sprecher. Er betonte, dass es sich dabei um keine Sicherheitslücke handle und sich auch kein Anwender einer Gefahr aussetzen würde, wenn er eine dieser Methoden anwendet.

Der Microsoft-Sprecher kündigte gegenüber unserer US-Schwesterzeitschrift PC-WORLD Verbesserungen am Windows Genuine Advantage-Programm an. Bereits die kommende Version von WGA soll nicht mehr umgangen werden können.

Ärgerlich: Die WGA-Prüfung soll Anwender eigentlich darüber informieren, wenn sie eine illegale Version von Windows verwenden. Allerdings scheint das System trotz der langen Testphase nicht ausgereift zu sein: Besitzer von legal erworbenen Windows-Versionen sollen von WGA signalisiert bekommen, dass sie eine illegale Version nutzen. Diesen Anwendern bleibt derzeit nur der Griff zu einer der drei Methoden, um an die Downloads von Microsoft zu gelangen.

Welche Erfahrungen haben Sie mit WGA bisher gemacht? Sind Sie auf Probleme gestoßen? Was halten Sie generell von der Idee seitens Microsoft, eine derartige Überprüfung durchzuführen? Diskutieren Sie darüber im Forum.

Microsofts Piraterie-Check: Mittels Mini-Skript umgehbar (PC-WELT Online, 28.07.2005)

Microsoft: Allgemeiner Piraterie-Check gestartet (PC-WELT Online, 26.07.2005)

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