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W910i: Sony Ericssons schiebbarer Walkman-Profi

Klein und federleicht: ein guter MP3-Player macht sich in der Tasche nicht durch hohes Gewicht bemerkbar. Trotz aller Leichtigkeit wartet das neue ultraschlanke Sony Ericsson W910i mit überraschend durchdachten Funktionen und HSDPA-Geschwindkeit auf.

Wie kann man einen MP3-Player eigentlich verbessern? Alle bisherigen Walkman-Phones von Sony Ericsson eignen sich hervorragend zum Sammeln, Sortieren und natürlich Abspielen von Musik. Effektvolle Cover-Einblendungen und animierte Medien-Menüs inklusive. Also musste der Hersteller etwas tiefer in die Trickkiste greifen, um sich die Aufmerksamkeit der Konkurrenz zu sichern.

Herausgekommen bei den Überlegungen ist das W910i, ein mit nur 12mm Dicke äußerst schmales Slider-Handy, um das schon seit Monaten Gerüchte ins Kraut schossen und das jetzt seinen Codenamen "Shinobu" ablegt. Nur 86 Gramm wiegt das Walkman-Phone und versteht sich dennoch auf die Funktechnologie HSDPA, die Datendownloads auf bis zu 3,6MBit/s beschleunigt. Das ist nicht mehr ganz unerheblich für die Marktposition, denn im gleichen Atemzug mit sechs neuen Modellen und reichlich Zubehör verkündete Sony Ericsson heute auch den endgültigen Start ihres unabhängigen Musikportals M-BUZZ und eines neuen, deutlich reichhaltigeren PlayNow!-Angebots. Angekommen in Version 4.0 soll dieser herstellereigene Mehrwertdienst, der seit dem T630 existiert und im deutschsprachigen Raum selten nennenswerte Inhalte bot, hunderte von Spieledownloads listen, das Musikdownloadangebot von Sony BMG abbilden und sich leichter bedienen lassen als die Vorgänger.

Die wichtigste Neuerung im MP3-Player dürfte der Emotionsnavigator "SensMe" sein: Er rechnet beim Synchronisieren von Musik aus jedem Titel automatisch einen Stimmungs- und Geschwindigkeitswert heraus, der zur Zusammenstellung neuer Playlists genutzt werden kann. Hierfür steuert man einen kreisförmigen Bereich über ein Koordinatensystem, dessen Achsen sich zwischen schnell und langsam und von traurig nach fröhlich erstrecken. Die einzelnen Musiktitel werden durch kleine Punkte innerhalb des Systems visualisiert. Alle Titel innerhalb des gewählten Bereichs können in einer Playlist aufgereiht nacheinander abgespielt werden, um die aktuelle Stimmung des Nutzers zu untermalen. Sony Ericsson erweitert darüber hinaus den praktischen Musikerkennungsdienst TrackID, die seit dem W850i vernünftig funktioniert und in Verbindung mit der Musikdatenbank GraceNote mehr oder weniger souverän aus laufenden Musikstücken Informationen herausfiltern kann. In der aktuellen Version werden bei erkannten Titeln nicht nur die elementaren Titelinformationen angezeigt, sondern sie lassen sich auch als MP3-Tags speichern. Außerdem gibt TrackID Informationen über den Künstler zurück, liefert auf Wunsch sogar die Songtexte und lässt sich nicht mehr nur per eingesandter Sound-Signatur, sondern auch über die Eingabe von Interpretennamen oder einiger Worte des Songtextes durchsuchen.

Woran erkennt man einen W910i-Nutzer? An den gleichen nervösen Zuckungen, an denen auch künftige W580i -Benutzer in der U-Bahn leiden werden. Der Slider - genauer gesagt, sein MP3-Player - lässt sich dank Lagesensor nämlich durch Bewegungen steuern. Wie man nach der ersten Präsentation allerdings zu vermuten geneigt ist, müssen die aber ziemlich ausgeprägt sein; ein starker Ruck nach rechts spult einen Titel vor, nach links einen Track zurück und wildes Schütteln aktiviert den Shuffle-Modus. Ob das der richtige Weg ist, auf der Welle der vom iPhone inspirierten Sensorik mitzuschwimmen, sei dahingestellt. Schon beim Blick auf die Oberseite des Sliders wird mancher langjährige Sony Ericsson-Vertraute seinen Augen nicht trauen wollen: statt der gewohnten Anordnung von Zurück- und Löschen-Tasten setzt der Hersteller jetzt wie die restliche Mobilfunkwelt auf zwei simple Telefontasten. Ein langer Druck auf die Auflegen-Taste führt Siemens-like zurück ins Hauptmenü.

40 Megabyte Speicher stecken in der schwach gefederten aber leichtgängigen Sliderhülle. Ab Werk gibt Sony Ericsson dem W910i in Form einer Speicherkarte aber ein Gigabyte Platz für MP3s und AACs mit auf den Weg. Ebenfalls mit in der Verpackung: ein USB-Adapter fürs Speicherkärtchenformat M2, den man am Handy anhängen und an jedem gängigen PC oder Mac zum Datenaustausch anschließen kann. Als Kamera kommt eine 2-Megapixelkomponente ohne Autofokus oder nennenswerte Zusatzfunktionen zum Einsatz. Wie viele der neuen Sony Ericsson-Handys verfügt das W910i darüber hinaus über die Möglichkeit, Emails von Microsoft Exchange-Servern nahezu in Echtzeit zu empfangen. Das W910i soll am Anfang des vierten Quartals 2007 erscheinen und wird laut Hersteller unverbindliche 549 Euro kosten.

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