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Russland jagt Regime-Gegner mit Hilfe von Microsoft

Die russische Staatsgewalt nutzt die Jagd nach Raubkopien von Microsoft-Produkten, um Regime-Kritiker zu verfolgen. Microsoft befindet sich in einer gefährlichen Zwickmühle.

In Russland sind wie in so vielen östlichen Staaten Raubkopien weit verbreitet. Microsoft hat also ein berechtigtes Interesse daran, dass die russischen Behörden gegen illegale Kopien von Windows, MS Office und Co vorgehen. Allerdings benutzt der russische Staat das Vorhandensein von Raubkopien zunehmend als Vorwand, um Regime-Kritiker zu verfolgen. Das berichtet die New York Times .

So bekommen Journalisten, Umweltschützer und Menschenrechtler, die auf Missstände in Russland hinweisen oder darüber berichten, mitunter nicht vom Geheimdienst oder vom Staatsschutz Besuch. Sondern von Polizisten, die für Wirtschaftskriminalität zuständig sind. Diese sind auf der Suche nach Raubkopien. Dabei arbeiten sie mit Unternehmen wie Microsoft zusammen.

Was diese Vorgehensweise noch schlimmer macht: Eine Umweltschutzorganisation, deren PCs wegen angeblicher Raubkopien beschlagnahmt wurden, beklagt, dass Microsoft sich weigert, die Echtheit der Windows-Software, die auf den beschlagnahmten Rechner der Umweltschützer installiert war, zu bestätigen. Offensichtlich will sich Microsoft nicht mit den Behörden anlegen.

Microsoft betont, dass es derartige Untersuchungen nicht veranlasst habe. Das Redmonder Unternehmen würde die Untersuchungen nur im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben unterstützen.

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