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Dieter Bohlen plädiert für freie Musik-Downloads

02.11.2007 | 11:17 Uhr |

Der Musiker und Musik-Produzent Dieter Bohlen hat sich für freie Musik-Downloads ausgesprochen. Seiner Meinung nach sei es nicht gut, dass Personen, die im Internet Musik herunterladen, deshalb kriminalisiert werden.

Über eine Stunde hatte Johannes B. Kerner in seiner ZDF-Talkshow allein dem Popgiganten Dieter Bohlen gewidmet. Interessant wurde es, als Kerner den Musikproduzenten auf die illegal im Internet kursierenden Musik-Downloads ansprach.

Dieter Bohlen erklärte, dass er es als Unding empfände, dass junge Menschen kriminalisiert werden, nur weil sie Musik aus dem Internet herunterladen. Stattdessen sprach er sich dafür aus, dass jegliche Musik gratis im Internet erhältlich sein sollte und warf der Unterhaltungsindustrie eine Doppelmoral vor: Auf der einen Seite würde sie Hard- und Software produzieren, die das Aufnehmen der Songs aus dem Internet erlaube und auf der anderen Seite würden dann die Personen kriminalisiert, die die Produkte dann für das Aufnehmen der Songs aus dem Internet nutzen. „Das ist so, als würde der Hersteller eines Hammers sagen: Nutzt den nicht, um einen Nagel in die Wand zu hauen“, sagte Bohlen.

Bohlen selbst zeigte sich auch gelassen darüber, dass seine Musik frei im Internet erhältlich ist. „Man muss nur wissen, wo“, schmunzelte Bohlen, der sich auch daran erinnerte, wie er früher die Songs über einen Kassettenrekorder aufnahm.

Nach Ansicht von Dieter Bohlen hat sich das Musikgeschäft bereits grundlegend geändert und befindet sich auch weiterhin im Wandel. Waren früher zigtausend verkaufte Tonträger nötig, um überhaupt in die Charts zu kommen, dann würden heutzutage sogar 50 verkaufte CDs pro Tag genügen, um in die Charts zu kommen. Statt über verkaufte CDs würden die Musiker heutzutage eher über Live-Auftritte ihr Geld verdienen. Dieser Trend werde in Zukunft noch weiter zunehmen, so Bohlen.

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