72490

Sex-Video von Gina-Lisa lockt Angreifer

12.06.2008 | 15:08 Uhr |

Welche Auswirkungen eine vage Online-Meldung einer Boulevard-Zeitung auf die Sicherheit der Rechner haben kann, macht ein neues Beispiel deutlich: Unzählige Anwender durchsuchen derzeit das Netz nach einem angeblich im Internet kursierenden Sex-Video von Gina-Lisa Lohfink. Gina-Lisa war bereits im April aus der ProSieben-Sendung "Germany´s Next Topmodel" geflogen und macht nun via Bild.de Reden von sich. Statt eines Videos lauert allerdings im Internet die Gefahr, sich Malware einzufangen.

In der Online-Ausgabe der Bild fand sich kürzlich ein Bericht über ein Sex-Video, dass angeblich derzeit im Internet kursiere und Gina-Lisa beim Liebesspiel mit einem Ex-Freund zeigen soll. Angeblich, so heißt es in dem Bericht, sei bei dem Ex-Freund eingebrochen und Film- und Bildmaterial gestohlen worden, das anschließend im Netz gelandet sei.

In diversen Blogs und auf Websites wird seitdem diskutiert, wo denn das Material genau im Internet aufgetaucht sei. Außer Bild scheint bisher noch niemand fündig geworden zu sein, was zumindest die Vermutung zulässt, dass das Ganze auch eine Ente sein könnte, die dafür sorgen soll, dass der Name von Gina-Lisa wieder in den Medien landet.

Ein Blick in Google Trends zeigt, dass seit dem Bericht die Suchabfragen bei Google nach "Gina-Lisa" massiv angestiegen sind . Die immense Aufmerksamkeit, die der Bild.de-Bericht ausgelöst hat, sollte Sie jeoch nicht in die Versuchung führen, nach besagtem Video im Internet Ausschau zu halten. Wir sind bereits auf mindestens einen Trittbrettfahrer gestoßen, der diesen Hype dazu ausnutzt, um ein Trojanisches Pferd zu verbreiten. Eine seriös scheinende Website gaukelt dem Besucher vor, das besagte Sex-Video von Gina-Lisa anzubieten. Dazu müsse der Anwender nur einen Codec herunterladen. Dahinter verbirgt sich eine Setup.exe-Datei die beim Aufruf eine Variante des Trojanischen Pferds Zlob auf dem Rechner installiert.

Dass Internet-Betrüger auf solche Hype-Themen aufspringen, um Rechner zu infizieren und an persönliche Daten von Anwendern zu gelangen, ist nichts Neues und wurde beispielsweise zuletzt im Vorfeld der Fußball-EM beobachtet. Generell empfiehlt es sich auf solche Hype-Themen nicht anzuspringen und schon gar nicht Suchmaschinen zu bemühen. Angreifer nutzen nämlich die Gelegenheit, um potentiell schädliche Seiten im Internet zu positionieren und darauf zu lauern, dass Anwender über Suchabfragen auf die gefährlichen Seiten gelangen. Ein falscher Klick und man ist dann in die Falle getappt. Generell empfiehlt es sich außerdem, eine Antiviren-Software zu nutzen und diese auch aktuell zu halten.

Solche Tipps findet man im Bild.de-Artikel dagegen vergebens. Stattdessen wird bewusst in Kauf genommen, dass die Leser sich selbst im Internet auf die Suche nach dem angeblichen Video machen und sich - beziehungsweise ihren Rechner - in Gefahr bringen...

0 Kommentare zu diesem Artikel
72490