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Vorsicht: Schnüffler können SMS mitlesen

01.09.2006 | 12:20 Uhr |

Spezialisten entdecken eine neue Bedrohung für Mobiltelefone.

Der Anbieter F-Secure warnt vor neuen Tools, die für die Symbian-Plattform geschrieben und in der Lage sind, die Benutzer von Handys auszuspionieren. Nach Angaben von Mikko Hyppönen, Leiter der Antivirenforschung bei F-Secure, gibt es bereits mehrere Anbieter, die derartige Software entwickelt haben. Ist sie erst einmal auf einem Handy installiert, bietet sie verschiedene Möglichkeiten, den Benutzer zu überwachen.

Zu den laut F-Secure typischen Funktionen gehört das Weiterleiten von SMS, das Abrufen von SMS- und Anrufdaten, das Mithören von Telefonaten, verdeckte Konferenzgespräche und in einigen Fällen sogar Lokalisierungs-Services. "Eine voll ausgestatte Spionage-Anwendung gibt demjenigen, der sie kontrolliert, Zugang zu allen Informationen auf dem Mobiltelefon", warnt F-Secure in seinem Blog.

Ein Beispiel für derartige Schnüffelsoftware ist " Acallno.A ", ein SMS-Überwachungs-Tool für Handys mit dem Betriebssystem Symbian Series 60 Second Edition. Nach der Installation leitet Acallno.A alle ankommenden und ausgehenden SMS-Nachrichten an eine externe Telefonnummer weiter, die sich über die Software frei definieren lässt. Das Spitzel-Tool verbirgt sich auf dem Gerät, so dass der Überwachte nichts davon merkt. So findet sich kein Programm-Icon, auch taucht die Software nicht in der Deinstallationsliste auf.

Glücklicherweise lässt sich das Tool nicht ohne Weiteres einem Handybenutzer unterjubeln. Für die Installation wird die eindeutige Geräteidentifikationsnummer des Mobiltelefons (International Mobile Equipment Identity, IMEI) benötigt, außerdem lässt sich eine erworbene Kopie von Acallno.A nur auf einem spezifischen Gerät installieren. Trotz dieser zumindest momentan noch vorhandenen Restriktionen warnt F-Secure vor den "dunkleren Einsatzmöglichkeiten" derartiger Software, beispielsweise für Industriespionage. (ave)

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