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Vorsicht: Philips bewirbt Kamera mit falscher Pixel-Zahl

06.08.2003 | 14:20 Uhr |

Der "Digital Key 008" von Philips soll laut Media-Markt-Werbung und Verpackungs-Aufdruck "1,3-Megapixel" Auflösung haben. Nicht schlecht für eine Digital-Kamera, die gerade mal so groß wie ein Feuerzeug ist. Das Problem: Die Pixel-Angabe ist falsch.

Der "Digital Key 008" von Philips soll laut Media-Markt-Werbung und Verpackungs-Aufdruck "1,3-Megapixel" Auflösung haben. Nicht schlecht für eine Digital-Kamera, die gerade mal so groß wie ein Feuerzeug ist. Das Problem: Die Pixel-Angabe ist falsch.

In Wahrheit beherrscht die "Wearable Digital Camera" nur eine Auflösung von 640x480 - also rund 0,3 Megapixel. Nur wer die mitgelieferte Software einsetzt, kann die Bilder auf 1,3 Megapixel aufpumpen. Die Bildqualität wird dabei natürlich nicht besser, die Software erhöht nur Pixelanzahl. Auf diese Weise ließen sich auch leicht 5 Megapixel herstellen - mit Farbflächen so groß wie Briefmarken.

Deshalb geben Kamera-Hersteller normalerweise immer die physikalische Auflösung des Chips an. Manche setzen allerdings hinter die Pixel-Zahl den Vermerk "interpoliert" - auch hier bläst eine Software die Auflösung künstlich auf. Philips verzichtet auf derartige Zusätze. Die Käufer müssen deshalb annehmen, dass die Kamera echte 1,3 Megapixel liefert.

Auf unsere Nachfrage gibt Herr Wilde - Pressesprecher von Philips - die falsche Angabe auch sofort zu: "Der Aufdruck auf der Verpackung ist fehlerhaft, auch die Kommunikation mit Media Markt lief falsch". Philips will außerdem die nächsten Verpackungen der Kamera mit dem richtigen Aufdruck ausliefern.

Unsere Meinung: Der Hersteller sollte zusätzlich die Kamera-Daten auf der eigenen Website verändern. Philips wirbt dort immer noch missverständlich mit "hochauflösenden 1,3-Megapixel-Fotos". Im Gegensatz zur Verpackung und der Media-Markt-Werbung steht dort wenigstens: "mit Hilfe von Bildbearbeitungssoftware auf dem PC". Wie hoch die echte Auflösung ist, verrät der Hersteller allerdings auch im Web nicht.

Tipp: Laut Rechtsanwalt Johannes Richard ( www.internetrecht-rostock.de ) bekommen alle Käufer der Kamera ihr Geld zurück. Sie müssen sich nur bei Ihrem Händler darauf berufen, dass das Gerät nicht die vereinbarte Beschaffenheit (1,3 Megapixel) hat.

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