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Vorsicht Falle: Tools aus dem Giftschrank

13.01.2006 | 12:50 Uhr |

Manche Tools haben zwei Seiten: In den richtigen Händen sind sie nützliche Problemlöser - in den falschen werden sie zum Einbruchswerkzeug. Lernen Sie die Programme der Profis kennen, und erfahren Sie, wie Sie sich vor deren Missbrauch schützen.

Was Sie an Ihrem PC tun, ist ausschließlich Ihre Sache. Welche Sites Sie beispielsweise besuchen, geht niemanden etwas an. Allerdings möchten Sie vielleicht doch wissen, welche Internet-Angebote sich Ihr zwölfjähriger Sohn ansieht, wenn Sie längst schlafen, und ob Ihre zehnjährige Tochter nachmittags tatsächlich ihre Hausaufgaben macht - oder stundenlang daddelt und sich in Chat-Rooms rumtreibt. Wir haben für Sie einige Programme ausgewählt, die Nützliches leisten, aber auch für illegale Zwecke missbraucht werden können. Beispiel Keylogger: Darunter versteht man Programme, die sämtliche Tastaturanschläge unmerklich protokollieren. Damit können Sie feststellen, ob an Ihrem PC in Ihrer Abwesenheit Dinge ablaufen, mit denen Sie nicht einverstanden sind. Die Kehrseite: Egal ob private Mail, vertraulicher Geschäftstext oder Geldtransfer via Online-Banking - wäre Ihnen wohl, wenn Sie wüssten, dass irgend jemand das alles mitlesen kann?

Ihre Passwörter sollten top secret sein. Da ist ein Tool interessant, mit dem Sie feststellen können, ob sie sich ohne viel Aufwand knacken lassen. Beispiel Cain & Abel: Programmiert wurde die Freeware, um Anwendern aufzuzeigen, wie gut oder schlecht die Sicherheitsvorkehrungen im eigenen Rechner sind. Das Kombi-Tool kann sowohl permanent im Hintergrund spionieren als auch zum Knacken von Passwörtern eingesetzt werden. Allerdings lässt sich damit eben nicht nur der eigene Rechner checken, sondern möglicherweise auch ein Rechner, dessen Besitzer von dem Tool nichts weiß. Solche Programme und ihre Wirkung müssen Sie kennen, um sich besser gegen deren Missbrauch wehren zu können, beispielsweise wenn Sie regelmäßig Internet-Cafés besuchen oder an öffentlichen Terminals an der Uni oder in der Stadtbibliothek arbeiten.

Wir präsentieren zum Beispiel ein kostenloses, nur wenige KB großes Tool, das Sie auch bei jedem Besuch im Internet-Café dabei haben sollten. Das Gratis-Tool bringt eine Buchstaben- und Zeichentabelle auf den Bildschirm, über die Sie per Mausklick Ihren Text eingeben. Für längere Texte mag das mühsam sein, bei der Eingabe von Passwörtern, Bankdaten und ähnlichen Informationen empfehlen wir so etwas dringend.
Übrigens sehen das auch immer mehr Banken ähnlich und bieten ihren Kunden virtuelle Tastaturen auf ihren Websites an. In der Grauzone bewegen sich schließlich Programme, mit denen Sie etwa Kopien Ihrer DVDs anlegen, ohne das Urheberrecht zu verletzen, oder mit denen Sie bei Ebay um die entscheidende Viertelsekunde schneller bieten als andere. Das ist zwar laut den Allgemeinen Geschäftsbedingungen des Auktionshauses nicht gestattet, Sie sollten ein solches Tool aber zumindest kennen, denn es erklärt möglicherweise, warum Sie trotz schneller Internet-Leitung oft im allerletzten Moment von einem anderen Ebay-Käufer überboten werden.
Wir beschreiben ausführlich alle Tools und erklären, wie Sie damit umgehen und was Sie bei der Nutzung beachten müssen. In den Randspalten lesen Sie zusätzlich wertvolle Tipps und Hintergrundinformationen. Beachten Sie dazu: Das Tool Cain & Abel löst möglicherweise einen Alarm ihres Virenscanners aus, da es Routinen enthält, die auch in Trojanern und anderen Schnüffelprogrammen vorkommen.

Wir haben versucht, möglichst viele Programme ausfindig zu machen, die kostenlos oder zumindest für Privatleute gratis sind. Bei HTTP-Tunnel zahlen Sie übrigens nicht für das Tool selbst, sondern für den Traffic, den Sie auf dem Proxy des Herstellers verursachen. Alternativ gibt es einen kostenlosen Modus, allerdings mit stark verringerter Bandbreite. Es gibt jedoch auch eine kostenlose Variante, die beispielsweise zum Chatten voll ausreichend ist. Bei den Recherchen für diesen Artikel ist es uns übrigens nicht immer gelungen, deutschsprachige Programme zu finden. Es handelt sich hier um spezielle Tools, die es nicht in so großer Zahl und Auswahl gibt wie Programme, die wir sonst vorstellen.

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