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App-Nepp im AppStore - iPhone-Besitzer sollten aufpassen

05.05.2010 | 09:45 Uhr |

Ein falscher Klick und man gibt im AppStore Geld für eine App aus, die sich als Schrott erweist und die man eigentlich gar nicht wollte. Dabei wird ein ganz einfacher Trick genutzt, dem Apple ohne Probleme einen Riegel vorschieben könnte.

Im AppStore gibt es viele mehr oder wenige nützliche Applikationen und Spiele für das iPhone, iPod Touch und iPad. Über 200.000 Apps sollen es mittlerweile laut Angaben von Steve Jobs sein. Einige Apps und Spiele erfreuen sich großer Beliebtheit und gelangen dadurch auf Top-Positionen in den jeweiligen Kategorien, was wiederum die Verkaufszahlen beeinflusst und den Entwicklern höhere Einnahmen beschert.

Beispiel Angry Birds: Das Spiel Angry Birds stammt von Clickgamer Technologies und ist im AppStore für 0,79 Euro erhältlich. Angry Birds hat viele, viele positive 5-Sterne-Bewertungen. Bei dem Spiel geht es darum, per Katapult Gebäude zum Einsturz zu bringen. Das kurzweilige Spiel wird regelmäßig aktualisiert und hat einen vergleichsweise großen Umfang.

Wenn eine App sich einer großen Beliebtheit erfreut, dann spricht sich das schnell im Web herum. "Schau Dir mal Spiel XYZ an", heißt es dann in Mails, Foren und in Empfehlungen auf News-Websites.

Das gilt auch für "Angry Birds", das derzeit auf Platz 3 in den deutschen Top-Charts der kostenpflichtigen Apps platziert ist. An allererster Stelle preist Apple das Spiel auch in der Rubrik "Spiele, die süchtig machen" an.

Von dem Erfolg von Angry Birds wollen auch andere Entwickler profitieren. Derzeit erhält man immerhin 19 Suchergebnisse, wenn man "Angry Birds" als Suchbegriff eingibt. Da gibt es beispielsweise für 0,79 Euro Applikationen, die den Namen "Angry Birds Cheats + Walkthrough" oder "Angry Birds Cheats" tragen.

Besonders dreist kommt allerdings das Spiel daher, das den Namen "Angry Birds - Gone Cuckoo" trägt und ebenfalls 0,79 Euro kostet. Das Spiel erweckt im Beschreibungstext den Eindruck, es handle sich um das Erfolgsspiel. So ist die Rede von: "Angry Birds ist die Nummer 1 bei den verkauften Apps in Großbritannien, Dänemark, Haiti (etc). Es ist die Nummer 1 in mehr Ländern, als ich zählen kann."

Letztendlich stimmt zwar die Aussage, aber sie bezieht sich nun mal nicht auf das Spiel "Angry Birds - Gone Cuckoo", in deren Beschreibungstext die Aussage steht, sondern auf das echte Angry Birds. Auch der abgebildete Screenshot lässt keinen Rückschluss auf das tatsächliche Spiel zu.

Wer also einfach nach "Angry Birds" im AppStore sucht, weil er vom Spiel gehört hat, der könnte auf den Trick hereinfallen und das falsche Spiel erwerben. Statt einem anspruchsvoll produzierten Spiel, erhält man für denselben Betrag dann eine Fun-Applikation mit pupsenden Vögeln.

Apple könnte so etwas ganz einfach unterbinden, indem es die Veröffentlichung namensähnlicher oder - wie in diesem Fall gar - namensgleicher Apps einfach unterbindet.

Auffällig ist, dass Andrew Hall eigentlich ein seriöser App-Entwickler zu sein scheint, der in der Vergangenheit einige mehr oder weniger praktische Apps veröffentlicht hat. Es ist also nicht auszuschließen, dass Hall auf einen Missstand hinweisen möchte, der bei den Zulassungskriterien für Apps herrscht, die Apple anwendet. Immerhin würde Andrew Hall so demonstrieren, wie sich durch einen einfachen Trick auch mit einer Schrott-App Geld verdienen ließe.

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