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Vorgebliche Anti-Spyware gibt falschem Alarm

19.04.2006 | 16:11 Uhr |

Ein Anti-Spyware-Programm meldet Dateien als verseucht, die es selbst angelegt hat.

Bereits seit geraumer Zeit werden immer wieder neue Programme angeboten, die angeblich Spyware entdecken und entfernen sollen. Tatsächlich sind viele dieser Programm dazu gar nicht in der Lage. Neuester Vertreter dieser Software-Gattung ist "Spyware Soft Stop", wie das Sicherheitsunternehmen Sunbelt Software berichtet.

Es steckt meist in einem Installationsprogramm namens "sss_bot.exe". Wer dieses aufruft, erhält im System-Tray ein Symbol, das in einer Sprechblase im Stil von Windows Update auf eine wahrscheinliche Infektion des Rechners hinweist. Darin wird in lausigem Englisch behauptet, Microsoft empfehle die Prüfung auf vorhandene Spyware. Ferner wird der Anwender zum Download von Updates aufgefordert.

Klickt er dann auf das Symbol, erscheint ein Dialog mit dem Titel "Windows Update", der nochmals zum Download von Updates auffordert. Leistet der Benutzer dem Folge, wird "Spyware Soft Stop" installiert. Nach einem Scan des Rechners meldet das Programm eine Reihe von angeblich infizierten Dateien. Genannt werden beispielsweise Würmer wie "I-Worm.Mydoom" oder Trojanische Pferde, Makro-Viren und so fort - im Grunde die gesamte Bandbreite an Malware.

Ein wenig überrascht waren die Fachleute um Sunbelt-Chef Alex Eckelberry dann doch, als sie feststellten, dass die angeblich verseuchten Dateien nicht nur harmloser Datenmüll waren, sondern auch erst durch die Installation von "Spyware Soft Stop" auf der Festplatte angelegt worden waren. So ist es für ein an sich nutzloses Programm einfach zu demonstrieren, dass es die vermeintlichen Schädlinge auch entfernen kann.

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