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Voraussetzung für H-Kennzeichen bei Autos

03.04.2013 | 13:33 Uhr |

Falls Sie zwischen dem 10. und 14. April zur Techno Classica nach Essen pilgern, können Sie sich von der Dekra in Halle 3 am Stand 321 an einem dort ausgestellten Oldtimer zeigen lassen, welche baulichen Änderungen an einem Oldtimer erlaubt sind, um trotzdem noch die begehrte H-Zulassung zu bekommen.

Ein VW Käfer, Baujahr 1960, wartet am Dekra-Stand auf der Techno Classica auf interessierte Besucher. An dem luftgekühlten Klassiker sind gegenüber dem Originalzustand eine Reihe von technischen Änderungen vorgenommen worden, die jeweils die Frage aufwerfen: Schließt dieser Umbau die Erteilung des H-Kennzeichens aus, oder handelt es sich um eine zeittypische Veränderung? Mit einem Ratespiel können die Messebesucher ihr eigenes Urteilsvermögen und ihre Fachkenntnis testen. Zu gewinnen gibt es ein Dekra Oldtimer-Wertgutachten (das Sie beispielsweise für eine Oldtimerversicherung vorlegen können).

Hürden für das H-Kennzeichen

Für das Oldtimer-Kennzeichen schreibt der Gesetzgeber konkrete Voraussetzungen vor. Das Fahrzeug muss mindestens 30 Jahre alt sein und von einem Sachverständigen in einem Gutachten als „kraftfahrzeugtechnisches Kulturgut“ eingestuft werden. „Es muss – im Vergleich zu ‚normalen alten’ Gebrauchtfahrzeugen – einen guten Pflege- und Erhaltungszustand aufweisen“, sagt Thorsten Ruthmann, Koordinator des Dekra Classic Service. „Zudem müssen die Hauptbaugruppen an den damaligen Originalzustand angelehnt oder zeitgenössisch ersetzt sein. Und schließlich dürfen zusätzliche Ausrüstungen oder Ausstattungen den Originaleindruck des Fahrzeugs nicht beeinträchtigen.“

Für ein positives Oldtimer-Gutachten muss das Fahrzeug außerdem die Hauptuntersuchung (HU) bestehen und darf nur leichte, dem Status „Kulturgut“ angemessene Gebrauchsspuren aufweisen. „Ein wichtiger Punkt ist es, die dem Fahrzeugalter angemessenen Gebrauchsspuren, die so genannte ‚Patina’, von Nutzungsspuren durch mangelnde Pflege oder regelrechte Schäden abzugrenzen“, so der DEKRA Experte.

Damit ein Oldie wie das VW Käfer 1302 Cabrio auf dem Foto zu dieser Meldung eine H-Zulassung bekommt, muss er sich in einem originalen Zustand befinden. Tuningmaßnahmen sind nur dann erlaubt, wenn es sich dabei um eine zeitgenössische Leistungssteigerung handelt beziehungsweise um optische Maßnahmen, die zeitgenössisch üblich waren (beispielsweise originale Doppelvergaseranlagen oder zusätzliche Frontölkühler, wie sie beim Käfer-Tuning weit verbreitet sind). Nicht historische Tuningmaßnahmen führen unter Umständen zum Verlust des H-Kennzeichens (zum Beispiel moderne Breitreifen mit den entsprechenden nicht historischen Alu-Felgen, extreme Kotflügelverbreiterungen oder moderne Hifi-Anlagen). Ausgenommen sind bauliche Veränderungen, die die Fahrsicherheit erhöhen, also beispielsweise der Einbau moderner Dreipunkt-Sicherheitsgurte oder zusätzlicher Bremsleuchten.

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