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Filmvorstellung Plug & Pray

28.10.2010 | 09:17 Uhr |

Der Filmtitel Plug und Pray ist eine Verballhornung von Plug und Play. Er zeigt, wie Forscher an der Entwicklung von künstlicher Intelligenz und humanoiden Robotern arbeiten. Und gibt einen Ausblick, wie die Welt in einigen Jahrzehnten aussehen könnte.

Plug & Pray ist ein leiser Film. Der Zuschauer folgt den Protagonisten an deren Wirkungsstätten. Im legendären Massachusetts Institute of Technology (MIT), an die Universität Osaka ins Intelligent Robotics Laboratory, an die  Universität Genua zum Projekt „iCub“ und zum Institut für Technik autonomer Systeme der Universität der Bundeswehr München. Allen diesen wissenschaftlichen Einrichtungen ist eines gemeinsam: Dort wird intensiv an künstlicher Intelligenz geforscht und es werden Roboter konstruiert, die dem Bild eines künstlichen Menschen schon recht nahe kommen.

Der Film besitzt durchaus feinen Humor. Gleich zu Beginn sehen wir einen resignierenden älteren Herren, der an einem Windows-Notebook verzweifelt: Joseph Weizenbaum. Der in Deutschland geborene Joseph Weizenbaum, emeritierter Professor of Computer Science am MIT, philosophiert über die Probleme. die bei der angeblich gar so einfachen Bedienung eines Windows-Notebooks auftreten: Plug und Pray (einstöpseln und beten) eben. Eigentlich sollte Weizenbaum ja fest an die Intelligenz und das Können von modernen Computern glauben, brachte er doch das Spracherkennungsprogramm ELIZA auf die Welt, das als Meilenstein der künstlichen Intelligenz gilt. Doch Weizenbaum ist bekennender Kritik der Allmachtsträume, die uns die moderne Technik beschert.

Nach diesem ungewöhnlichen Einstieg nimmt einen der Film mit auf eine Reise rund um den Globus. Zu den Orten, an denen intensiv an künstlicher Intelligenz geforscht wird. Manche der interviewten Wissenschaftler sind zumindest in ihren Gedanken der jetzigen Welt weit voraus, denken sie doch daran, dass wir Menschen einst selbst wie Roboter werden. Und die Roboter wie wir.

So sieht der Zuschauer eine Lesemaschine für Blinde, die von dem blinden US-Sänger Stevie Wonder genutzt wurde. Der Zuschauer begegnet einem an der Universität von Osaka konstruierten Roboter mit menschlichen Anlitz, der eine Konversation mit einer jungen Japanerin pflegt. Dabei seinen Kopf aber sehr roboterhaft ruckartig bewegt. Die japanischen Forscher wollen Roboter erschaffen, die problemlos als Partner bei der Kranken- und Seniorenpflege, als Spielkamerad im Kinderzimmer oder als Putzhilfe im Haushalt verwendet werden können.

In dem Film werden die Möglichkeiten der modernen Technik aufgezeigt und von einigen Teilnehmern durchaus auch verherrlicht - doch gleichzeitig tritt der kritische Joseph Weizenbaum immer wieder auf die Euphorie-Bremse.

Bundesweiter Kinostart am 11.11.2010 Titel : Plug & pray
LInk : http://www.plugandpray-film.de
Land : Deutschland 2010
Dauer: 90 min
Regie : Jens Schanze
FSK: ohne Altersbeschränkung



 

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