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Volvo und Siemens machen Aufladen von Elektro-Autos flexibler

23.04.2013 | 13:08 Uhr |

Volvo und Siemens arbeiten gemeinsam daran, das Aufladen von Elektroautos deutlich zu beschleunigen. Das Ergebnis soll das weltweit erste On-Board-Ladegerät mit Drehstrom sein. Eine 10-minütige Ladezeit 20 Kilometer Reichweite sichern.

Der größte Nachteil von Elektroautos ist deren geringe Reichweite und damit verbunden die Gefahr unterwegs mit leeren Batterien liegen zu bleiben. Dieses Problem kann man durch einen raschen Ausbau eines möglichst flächendeckenden Netzes von Aufladestationen lösen oder zumindest reduzieren. Doch dabei treten neue Probleme auf: So sind die Aufladeverfahren der Hersteller keineswegs generell miteinander kompatibel, wie beispielsweise der Nissan Leaf und die von BMW und E.ON errichteten Schnellladestationen entlang der A9 zeigen. Der Aufladevorgang selbst dauert zudem oft sehr lang – zu lang für den Alltagseinsatz. Volvo arbeitet deshalb mit Siemens daran, den Aufladevorgang zu verkürzen und das Fahrzeug so zu konstruieren, dass es sich an möglichst vielen unterschiedlichen Ladestationen aufladen lässt.

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Ab Sommer 2013 fahren und bewerten europäische Leasingkunden eine Testflotte aus 100 überarbeiteten, rein elektrischen Volvo C30, wie das schwedische Unternehmen mit chinesischen Inhabern heute mitgeteilt hat. Dabei soll die neue Aufladelösung auf Herz und Nieren getestet werden.

Volvo C30 Electric mit Siemens-Technik: Elektromotor von Siemens
Vergrößern Volvo C30 Electric mit Siemens-Technik: Elektromotor von Siemens
© Volvo/Siemens

Der dabei eingesetzte neue Elektromotor von Siemens erzielt eine Spitzenleistung von 89 kW (120 PS) sowie ein Drehmoment von 250 Nm und beschleunigt den Volvo C30 Electric in 5,9 Sekunden von 0 auf 70 km/h, wie Volvo erklärt. Gemäß dem „Neuen Europäischen Fahrzyklus (NEFZ)“ bietet das Fahrzeug eine theoretische Reichweite von 163 Kilometern (die in der Praxis insbesondere bei winterlichen Temperaturen sicherlich deutlich geringer ausfällt).

Das dazu passende neue 22 kW starke Schnell-Ladegerät ist laut Volvo das weltweit erste On-Board-Ladegerät, das eine dreiphasige Stromversorgung ermöglicht und gleichzeitig klein genug ist, um in ein Elektroauto zu passen. Es soll sechsmal schneller arbeiten als bisher eingesetzte On-Board-Geräte: Mit einem dreiphasigen (Wechselstrom-) Ausgang dauert der Ladevorgang beispielsweise nur 1,5 Stunden. An einer gewöhnlichen Haushaltssteckdose mit 230 Volt beträgt die Ladezeit acht bis zehn Stunden.

Volvo C30 Electric mit Siemens Technik: Die drei Ladekabel. Rot: Ladekabel für Versorgung mit Dreiphasenstrom. Blau: Ladekabel für dreiphasige Stromversorgung an der permanenten Ladevorrichtungen zu Hause, am Arbeitsplatz oder an Ladestationen. Ganz rechts das Ladekabel für die Haushaltssteckdose.
Vergrößern Volvo C30 Electric mit Siemens Technik: Die drei Ladekabel. Rot: Ladekabel für Versorgung mit Dreiphasenstrom. Blau: Ladekabel für dreiphasige Stromversorgung an der permanenten Ladevorrichtungen zu Hause, am Arbeitsplatz oder an Ladestationen. Ganz rechts das Ladekabel für die Haushaltssteckdose.
© Volvo

„Eine bereits zehnminütige Ladephase vergrößert die Reichweite wieder um 20 Kilometer", erklärt Lennart Stegland, Vice President Electric Propulsion Systems bei der Volvo Car Group.

Die strategische Partnerschaft zwischen der Volvo Car Group und Siemens wurde im August 2011 ins Leben gerufen. Siemens ist der Hauptlieferant für die Komponenten des elektrifizierten Antriebsstrangs der zukünftigen Skalierbaren Produkt-Architektur (SPA) von Volvo.

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