195244

Voicestream-Kauf verzögert sich

09.02.2001 | 16:09 Uhr |

Der geplante Kauf des US-Mobilfunkunternehmens Voicestream Wireless durch die Deutsche Telekom verzögert sich wegen einer komplizierten Klausel, die Anfang der Woche in die Transaktionsbedingungen aufgenommen wurde.

Der geplante Kauf des US-Mobilfunkunternehmens Voicestream Wireless durch die Deutsche Telekom verzögert sich wegen einer komplizierten Klausel, die Anfang der Woche in die Transaktionsbedingungen aufgenommen wurde. Dies berichtete die "New York Times" am Freitag.

Außerdem habe es angesichts des gedrückten Aktienkurses der Telekom informelle Diskussionen über eine Neuverhandlung des Preises für Voicestream gegeben. Die neu Entwicklung könnte Unsicherheit bringen, ob die Transaktion vollzogen wird. Die Unternehmen nahmen nicht Stellung, schrieb die Zeitung.

Bisher war man davon ausgegangen, dass der Deal bis Mitte April abgeschlossen werde. Die US-Wertpapier- und Börsenkommission SEC könnte innerhalb von Tagen ihre Zustimmung geben. Die für den Telekommunikationssektor zuständige Aufsichtsbehörde FCC dürfte bis Anfang April grünes Licht geben.

Aber jetzt hätten die Unternehmen selbst einer Verzögerung der Transaktion bis in den späten Mai oder Anfang Juni zugestimmt, damit die Telekom die Dividendenzahlung von hunderten von Millionen Dollar an die Voicestream-Aktionäre vermeiden kann, schrieb die Zeitung. Die Zahlung wäre fällig, wenn die Transaktion vor der Hauptversammlung der Deutsche Telekom im Mai abgeschlossen würde. Dann müsste die Deutsche Telekom den Voicesstream-Aktionären die gleiche Dividende in bar zahlen wie den eigenen Anteilseignern.

Das Voicetream-Management habe eine neue Kompromissvereinbarung ausgehandelt. Dabei sollen deren Aktionäre eine Dividende erhalten, die nur halb so hoch wäre wie die Bardividende der Deutsche Telekom. Die Dividendensumme beläuft sich nach Angaben der Zeitung auf 250 Millionen Dollar.

Die Voicestream-Manager und -aktionäre sorgten sich auch, dass die Aktien der Deutsche Telekom weiter fallen könnten. Die Deutsche Telekom will 3,2 ihrer Aktien und 30 Dollar in bar je Voicestream-Aktie zahlen. Der Wert des Deals war bei einem Telekom-Kurs von damals 55,27 Euro ursprünglich 50,7 Milliarden Dollar wert. Inzwischen seien die Aktien der Deutsche Telekom jedoch auf 33,26 Euro gefallen, womit die Transaktion weniger als 30 Milliarden Dollar (63 Milliarden Mark) wert sei. (PC-WELT, 09.02.2001, dpa/ hc)

Telekom erhält Millionenbetrag (PC-WELT Online, 08.02.2001)

AOL greift Telekom an (PC-WELT Online, 06.02.2001)

Verdacht auf Preisdumping bei T-DSL (PC-WELT Online, 05.02.2001)

FBI billigt Übernahmepläne der Telekom (PC-WELT Online, 18.01.2001)

Telekom steigt in USA ein (PC-WELT Online, 24.07.2000)

0 Kommentare zu diesem Artikel
195244