197186

Vodafone unter Druck oder vor Übernahme ?

Der ehemalge Chef Gent verlässt das Schiff Vodafone, das immer mehr in die Kritik der Shareholder gerät. Das kursierende Übernahmeangebot ist für die Finanzwelt nur der Eisberg in der rauhen See.

Beim größten Netzbetreiber der Welt Vodafone sind derzeit stürmische Zeiten angebrochen. Der ehemalige Konzernchef Christopher Gent hat nach Streitigkeiten mit dem Management under dem jetzigen Chef Arun Sarin sein Amt als Ehrenpräsident auf Lebenszeit aufgegeben. Arun Sarin, dem Inder mit amerikanischem Pass, wird derzeit von den Aktionären der massive Verfall des Börsenwertes vorgeworfen. Neben seiner Personalpolitik und dem Engagement in einigen Ländern, darunter das umstrittene Japangeschäft , waren vor allem die Abschreibungen des Unternehmenswertes von 41 Mrd. Euro und Verringerte Prognose ein Schock für die Shareholder.

Der Wind bläst jedoch nicht nur extern auf Sarin, sondern auch innerhalb des Unternehmens kämpft er mit Schwierigkeiten. Dabei ist es Sarin jedoch gelungen Chairman Ian Maclaurin und den Vorstand nun auf seine Seite zu ziehen, welches Gent, der öffentlich gegen eine Wiederwahl Sarins plädierte, zum Rücktritt zu bewegen. Gent war nach der Übernahmeschlacht um den Düsseldorfer Mannesmann-Konzern bekannt geworden, in der die Briten das D2-Netz nach einem langen Kampf für 180 Mrd. Euro übernahmen und die Abfindungen für die Manager heute in den Gerichten auf der Tagesordnung stehen.

In der letzten Woche wurde bereits der Wechsel der Marketingspitze von Vodafone bekanntgegeben. So werde der Marketingchef Peter Bamford das Unternehmen verlassen und eine Neuausrichtung der Strategie erfolgen. Über Einzelheiten und Personalien wurde bisher jedoch nichts verkündet. Branchenexperten sind der Meinung Vodafone wird sich wieder mehr auf sein Kerngeschäft den Mobilfunk beschränken. In Deutschland hingegen ist eher das Gegenteil zu erwarten. Der geplante Verkauf der Festnetzsparte Arcor ist auf Eis gelegt worden. Arcor solle nun vielmehr in den Konzern Reintegriert werden, um den Angeboten der Konkurrenz WLAN, Festnetz und Mobilfunk aus einer Hand anbieten etwas entgegenstellen zu können.

Eine weitere Meldung schockte die Finanzmärkte. Vodafone selbst soll Ziel eines Übernahmeangebotes geworden sein. Die britische Zeitung "The Mail on Sunday" soll gemedlet haben, Beteiligungsgesellschaften wie Apax Partners und CVC Capital haben rund 100 Milliarden Pfund (rund 145 Milliarden Euro) für Vodafone geboten. Dies ist zwar ein stolzer Preis könnte aber durch einen Verkauf der Vodafone Anteile an Verizon Wireless schnell wieder erschwinglich werden. Eine Finanzierung über den Verkauf des Tafelsilbers von Vodafone wäre schnell möglich da der US-Konzern Verizon Communications rund 40 Milliarden Dollar für die Anteile geboten hat. Der Preis von rund 100 Mrd. Euro für Vodafone wäre dann ein Schnäppchen, wenn man mit einem Lächeln bedenkt das nur das bei weiten noch in der Anfangsphase befindliche Deutschlandgeschäft schon damals 180 Mrd. Euro wert war.

powered by AreaMobile

0 Kommentare zu diesem Artikel
197186