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Vodafone gibt sich auf dem japanischen Markt geschlagen

Nach anhaltender Kritik an dem Kurs von Vodafone in Japan hat der britische Netzbetreiber nun reagiert und den Verkauf des japanischen Ablegers bestätigt.

Nach anhaltender Kritik an dem Kurs von Vodafone in Japan hat der britische Netzbetreiber nun reagiert und den Verkauf des japanischen Ablegers bestätigt. Vodafone KK wird demnach für knapp 14,3 Milliarden Euro an den japanischen Internetkonzern Softbank verkauft. Das Mobilfunkunternehmen ist nach NTT DoCoMo und KDDI die Nummer 3 auf dem am weitesten entwickelten Mobilfunkmarkt, konnte sich aber schon seit längerem nicht mehr gegen die Konkurrenz durchsetzen. Probleme bereiteten den Briten vor allem die sinkenden Kundenzahlen, die wiederum durch die späte Einführung von UMTS und durch Mobiltelefone ausgelöst wurden, die nicht den Massengeschmack der Japaner trafen.

Daher wurde dieser Schritt von vielen Börsenanalysten als Befreiungsschlag gewertet und der Kurs der Aktie schnellte nach ersten Gerüchten am Freitag um 10 Prozent nach oben. Dennoch gibt es auch einige kritische Stimmen, die auf die langfristigen Folgen des Marktausstiegs hinweisen. Immerhin erwirtschaftete der japanische Ableger 16 Prozent des Umsatzes und sieben Prozent des Gewinns des Mutterkonzerns. Darüber hinaus ist Japan ein attraktiver Mobilfunkmarkt, in dem erst etwa 70 Prozent der Bevölkerung ein Handy hat.

Hingegen wächst das Unternehmen in seinen wichtigsten westeuropäischen Märkten Deutschland, Großbritannien und Italien auf Grund des scharfen Preiswettbewerbs, der hohen Marktsättigung und der bislang enttäuschenden Nachfrage nach UMTS nur schwach. Wachstumsmöglichkeiten bleiben Vodafone also nur noch in den Schwellenländermärkten und in den USA.

Softbank würde durch den Kauf mit einem Schlag der drittgrößte Mobilfunkbetreiber Japans mit 15 Millionen Kunden. Die Übernahme passt dem Internetkonzern gut ins Geschäftsfeld, da man bereits vor einiger Zeit in den japanischen Telekommunikationsmarkt eingestiegen ist, vorrangig im Festnetz mit Breitband-Zugängen. Dies wurde auch von den Aktionären wohlwollend bestätigt, die dem Kurs der Aktie zu einem Plus von 3,6 Prozent verhalfen.

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