22.03.2005, 14:45

Frank Ziemann

VoIP mit gefälschten Caller-IDs

Betrüger entdecken die neuen Möglichkeiten von VoIP für sich. So ist es zum Beispiel bei einigen Dienstanbietern möglich die Caller-ID zu fälschen.

Anbieter von Internet-Telefonie (VoIP) schießen derzeit wie Pilze aus dem Boden und haben mit attraktiven Verbindungspreisen und kostenlosen Gesprächen schon etliche Kunden angelockt. Auch Betrüger entdecken die neuen Möglichkeiten von VoIP für sich. So ist es zum Beispiel bei einigen Dienstanbietern möglich die Caller-ID zu fälschen.
Der Anruf kommt aus Sicht des Angerufenen von einem Anschluss, den er als vertrauenswürdig erachtet. Das kann etwa die Service-Rufnummer seiner Bank sein. Aber auch der umgekehrte Fall ist denkbar: Einer Bank wird vorgetäuscht, der Anruf käme vom Anschluss eines Kunden oder Kooperationspartners. Hat sich der kriminelle Anrufer mittels Phishing hinreichende weitere Informationen verschafft, mit deren Hilfe er sich als derjenige ausgeben kann, zu dem der Telefonanschluss gehört, kann er zum Beispiel Überweisungen veranlassen.
Die klassische Festnetztelefonie läuft über eine spezialisierte Infrastruktur, Täuschungen sind hier nur mit erheblichem Aufwand möglich. Mit der Internet-Telefonie und der zunehmenden Tendenz von Telefongesellschaften, auch das Festnetz auf VoIP umzustellen, hält die Internettechnik auch in diesem Bereich Einzug. Telefon und Fax laufen über dieselben Systeme wie das offene Internet und sind damit leichter angreifbar.
Der notwendige technische Aufwand zur Fälschung von Verbindungsdaten ist im Vergleich zum klassischen Festnetz deutlich geringer, was eine Reihe von Betrugsszenarien erst ermöglicht. Telefongesellschaften und Betreiber von IP-Netzen müssen weltweit Anstrengungen unternehmen, um ihre Kunden vor Betrügern zu schützen. Massenhaft unerwünschte Werbeanrufe ("SPIT" - Spam over Internet Telefony) werden andernfalls noch die harmloseste Auswirkung der Netzkonvergenz sein.
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