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Vista & Office 2007: Neue EU-Beschwerde gegen Microsoft eingereicht

22.02.2006 | 15:07 Uhr |

Microsoft kommt nicht zur Ruhe: Noch sind die Untersuchungen seitens der EU-Kommission in Sachen Windows XP und anderen Bereichen nicht abgeschlossen, schon regt sich bei der Konkurrenz Widerstand gegen das kommende Windows Vista und Office 2007. Eine offizielle Beschwerde wurde nun bei der EU eingereicht - Microsoft ätzt zurück.

Vor wenigen Tagen haben Konkurrenten von Microsoft bereits Bedenken hinsichtlich Windows Vista bei der EU angemeldet ( wir berichteten ), jetzt haben die Unternehmen eine offizielle Beschwerde eingereicht. Die Unternehmen IBM, Nokia, Oracle, Realnetworks, Sun Microsystems, Corel, Linspire, Opera Software und Red Hat haben sich hierfür unter dem Namen European Committee for Interoperable Systems (ECIS) zusammengeschlossen. Der Vorwurf: Die Geschäftspraktiken von Microsoft sperren Mitbewerber aus.

Die ECIS erklärte, dass sich die offizielle Beschwerde bei der Kommission gegen eine "Reihe von erhältlichen und kommenden Produkten" richtet. Der Hinweis auf kommende Produkte dürfte so zu verstehen sein, dass damit auch Vista und Office 2007 gemeint sind, die Ende des Jahres erscheinen sollen.

In einem Punkt der Beschwerde wird Microsoft beispielsweise vorgeworfen, sich immer noch zu weigern, Informationen zur Interoperabilität hinsichtlich des Office-Pakets weiter zu geben. Durch die Weigerung, Daten über die File-Formate für -doc, .xls oder .ppt bereit zu stellen, würden andere Angebote wie Openoffice oder Staroffice daran gehindert, volle Kompatibilität zu erreichen, so Thomas Vinje, Rechtsanwalt der ECIS. Die Vereinigung ruft die Kommission auf, gegen diese Geschäftspraktiken vorzugehen, um Unternehmen und Kunden die Wahl zwischen konkurrierenden Produkten zu ermöglichen.

Microsoft reagierte offensiv und wies die Vorwürfe zurück. "Wir haben erwartet, dass, sobald wir neue Produkte einführen, die den Kunden nutzen, speziell mit den bahnbrechenden Technologien in Windows Vista und Office 2007, sich einige Mitbewerber beschweren werden", so das Unternenehmen. Und weiter: "ECIS ist die Front von IBM und einigen anderen Mitbewerbern, die dauerhaft versuchen, den Regulierungs-Prozess zu ihrem geschäftlichen Vorteil zu nutzen. Werden sie mit Innovation konfrontiert, reagieren sie mit einem Rechtsstreit."

Microsoft wolle "schnell und umfassend" auf jegliche Anfrage der EU-Kommission nach Informationen hinsichtlich der Beschwerde antworten.

Ein Sprecher der EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes erklärte, dass die Kommission die Beschwerde ausgiebig untersuchen werde. Ob daraus auch eine offizielle Untersuchung wird, ist nicht zwingend, denn die Kommission kann dies nach eigenem Ermessen entscheiden.

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