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Neues Wettbewerbsverfahren gegen Microsoft

18.08.2008 | 12:47 Uhr |

Microsoft hat wieder einmal ein Wettbewerbsverfahren am Hals. Diesmal ermitteln die Wettbewerbshüter der Inselrepublik Taiwan gegen das Software-Unternehmen. Dabei geht es unter anderem um die Frage, ob Microsoft seine marktbeherrschende Stellung dazu ausnutzt, PC-Besitzer zum Umstieg auf Windows Vista zu zwingen.

Taiwans Wettbewerbshüter gehen konkret der Frage nach, ob Microsoft eine Monopolstellung auf dem Softwaremarkt der Insel einnimmt und ob es diese Position für seine Ziele ausnutzt. In diesem Zusammenhang gehen die Wettbewerbshüter im speziellen dem Vorwurf nach, dass Microsoft die Entscheidungsfreiheit der PC-Besitzer einschränkt, weil es den Verkauf von Windows XP auf neuen Rechner beendet hat und die Kunden somit zum Wechsel zu Windows Vista zwingt. Außerdem will die Kontrollbehörde die Preisgestaltung von Microsoft unter die Lupe nehmen und dabei bewerten, ob Microsoft eine faire Preispolitik macht.

Sollte die Behörde zu dem Schluss kommen, dass Microsoft tatsächlich gegen taiwanisches Wettbewerbsrecht verstößt, dann droht den Redmondern eine Geldstrafe, die Microsoft allerdings aus der Portokasse bezahlen könnte: 797.361 US-Dollar, derzeit sind das etwa 510.311 Euro. Erheblich schmerzhafter dürfte es allerdings sein, wenn Microsoft zusätzlich zur Änderung seines Geschäftsgebarens in Taiwan gezwungen würde.

Die taiwanische Verbraucherschutzorganisation hatte die Klage eingereicht. Zuvor hatte sie Microsoft dazu aufgefordert, Windows XP weiterhin als Option für neue PCs anzubieten, um so den Kunden die Wahl zu lassen. Die Verbraucherschützer berufen sich bei ihrem Vorgehen auf die Ergebnisse einer Umfrage unter taiwanischen Konsumenten. Demnach wünschen sich 67 Prozent der Befragten, dass Microsoft auch weiterhin Windows XP für Neurechner anbietet.

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