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Software-Fälschung - viel Geld für heiße Luft

06.09.2007 | 16:56 Uhr |

Betrügerische Anti-Spyware-Programme gibt es reichlich. Neu bei diesem Beispiel ist, dass der herein gelegte Kunde nicht einmal ein Programm für sein Geld bekommt sondern nur ein Pop-up-Fenster.

Hektisch blinkende Werbebanner mit dramatischen Warnmeldungen sind ein typischen Anzeichen dafür, dass ein Produkt beworben wird, das sein Geld nicht wert ist. Im vorliegenden Fall ist das sogar noch wohlwollend formuliert - oder würden Sie 28 US-Dollar (etwa 20 Euro) für ein Pop-up-Fenster bezahlen? Alex Eckelberry, Chef des Anti-Spyware-Herstellers Sunbelt Software , berichtet im Blog seiner Firma über eine betrügerische Software namens "Virusfighter" , die er als "Vaporware" klassifiziert.

Was Eckelberry als "heiße Luft" bezeichnet, verhält sich zunächst so, wie man das von betrügerischen (englisch: rogue) Anti-Spyware-Programmen kennt. Virusfighter macht viel Wirbel um angeblich auf dem Rechner entdeckte Schädlinge, die es jedoch gar nicht gibt. Der aufgeschreckte Benutzer soll dann zur Entfernung der fiktiven Spione die Vollversion des Programms Virusfighter erwerben.

Dazu muss er ein Bestellformular ausfüllen, das Virusfighter als von Microsoft zertifiziert ausweist. Den Preis von 28 US-Dollar für das Programm muss er mit seiner Kreditkarte bezahlen. Die eingegebenen Daten werden unverschlüsselt an einen Server in Deutschland übertragen. Das Geld wird abgebucht und der Kunde erhält dafür nicht etwa die Vollversion des Programms sondern lediglich ein Pop-up-Fenster, das ihm verkündet, er sei nunmehr geschützt und müsse keinen Finger mehr rühren.

Erschwerend kommt in diesem Fall hinzu, dass es tatsächlich ein legitimes Produkt gleichen Namens gibt, dessen Logo und Reputation die Betrüger auszunutzen versuchen. Diese Software basiert auf dem Antivirus-Modul von Norman und ist tatsächlich von Microsoft zertifiziert. Das Programm gehört zum Portfolio des dänischen Anti-Spam-Herstellers SPAMfighter .

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