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Virus schlägt zu

19.01.2001 | 17:17 Uhr |

Virenjäger in aller Welt warnen vor einer neuen Variante des Melissa-Virus. Das Gefährliche daran: Diese Virusvariante wird von vielen Scannern nicht erkannt.

Virenjäger in aller Welt warnen vor einer neuen Variante des Melissa-Virus. Das Gefährliche daran: Diese Virusvariante wird von vielen Scannern nicht erkannt.

Der Grund: Dieser Ableger hat sein Datenformat verändert und trickst so die Virenscanner aus. McAfee gab am Donnerstag bekannt, dass innerhalb der letzten 48 Stunden bereits 20 Mal ein Zuschlagen des Melissa-Derivats "Melissa.w" gemeldet wurde. Dabei waren sowohl Europa als auch die USA betroffen.

McAfee stuft die Gefährlichkeit dieser Variante von Melissa nur als "wenig bis mittelmäßig" ein. Das ist weniger als die der Melissa-Originalversion, die immer noch als sehr gefährlich gilt.

"Der Quellcode ist derselbe, nur das Dateiformat hat sich geändert", meint Patrick Nolan, ein Virenexperte vom McAfee Avert, dem Virenforschungszentrum von Network Associates.

Das Format habe sich deshalb geändert, weil jemand, dessen System infiziert war, ein Dokument im Word 2001-Format für Macintosh weiterleitete. Dadurch wurde der binäre Speicher für Makros geringfügig verändert. Dies könne dazu führen, dass der Virus von Scannern nicht erkannt wird.

Melissa zählt zu den Klassikern unter den Viren. Das erste Mal trat es im März 1999 auf und verbreitete sich dann mit rasanter Geschwindigkeit, indem es sich selbst per Mail weiterleitete. Dabei benutzte es das weit verbreitete Microsoft Outlook. Auch dieser neue Ableger von Melissa bedient sich des beliebten Microsoft-Mailprogramms.

Nolan zufolge befällt der Virus Windows- und Macintosh-Systeme mit Office 97, Word 98, Office 2000 oder Office 2001.

"Melissa.w" erreicht den PC oder Apple in einer Mail, die als Betreff "Important Message From," und als Content "Here is that document you asked for ... don't show anyone else ;-)," nennt. Ganz ähnlich also wie die "Original-Melissa". In den meisten Fällen, die McAfee bekannt wurden, war die Datei "anniv.doc" beigefügt, wie Nolan mitteilte. Der Originalvirus war in "list.doc" verborgen. Sobald man den Mailanhang öffnet, erwacht der Virus zum Leben und beginnt sein Unwesen zu treiben. (PC-WELT, 19.01.2001, hc)

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Neue Melissa-Varianten: Gefährlicher als das Original (PC-WELT Online, 14.10.1999)

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