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Violinenklänge erzählen von Spam

13.02.2006 | 09:51 Uhr |

Ein Projekt in Kanada stellt alle Netzwerkvorgänge durch Musik dar.

Wenn in einem Institut in Kanada Violinenklänge die Räume der Netzwerkadministratoren erfüllen, wissen sie, dass die Mail-Server des Instituts gerade mit Spam überflutet werden. Am Sheridan College Institute of Technology and Advanced Learning haben Wissenschaftler ein System zur Umwandlung von Netzwerkvorgängen in harmonische Klänge entwickelt.

Die als "iSIC" ( information muSIC ) bezeichnete Lösung ordnet den Aktivitäten in einem komplexen System wie einem Computer-Netzwerk bestimmte Klänge zu. Was sich zunächst wie klassische Musik anhört, können die darauf trainierten Netzwerkbetreuer interpretieren und so feststellen, was gerade in ihrem Netzwerk vor sich geht. Auch wenn sie nicht so genau hinhören, wird eine Veränderung der Klänge sie sofort auf einen sich ändernden Zustand des Netzwerks aufmerksam machen.

Software-Agenten sammeln dezentrale Daten über Netzwerkaktivitäten und melden sie an einen zentralen Server, wo die Informationen gesammelt und in einen kontinuierlichen Datenstrom umgewandelt werden. Dieser wird dann an einen Klangprozessor geschickt, der mittels Statistik und Umwandlungsalgorithmen eine mathematische Beschreibung von Musik generiert. Ein Midi-Synthesizer erzeugt daraus einen Klangstrom, der von Client-Systemen abgespielt wird. Diese können zugleich auch die aggregierten Rohdaten in grafische Darstellungen umwandeln.

Das jetzt im praktischen Einsatz erprobte System ist das Ergebnis jahrelanger Forschung und Entwicklung einer Gruppe von Wissenschaftern am Sheridan Institute of Technology in Oakville, in der kanadischen Provinz Ontario. Es soll in Zukunft auch für die Verwendung in ganz unterschiedlichen Anwendungsfällen vermarktet werden, etwa in Krankenhäusern zur Überwachung des Gesundheitszustands von Patienten.

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